Die Krise der deutschen Automobilindustrie weitet sich zunehmend aus: Nun sollen bei der VW-Softwaretochter Cariad etwa 1000 Beschäftigte gekündigt werden. Damit wäre knapp jede vierte Person betroffen, wie Unternehmenskreise mitteilten.
Bis wann und auf welche Weise die Jobs gestrichen werden, war zunächst unklar. Das Handelsblatt berichtete, dass die Beschäftigten am Mittwoch auf einer Betriebsversammlung über die Kündigungen informiert worden seien. Diese seien nötig, um die Wettbewerbsfähigkeit im Vergleich zu externen Softwareanbietern zu halten, hieß es. Bereits in den Vorjahren hatte das Unternehmen mehrfach Arbeitsplätze gestrichen. Ende 2023 hatte Cariad noch 6500 Beschäftigte. Aktuell sind es etwa 4300. Bei dem letzten Abbau wurde auf Abfindungen und Vorruhestandsprogramme gesetzt.
Eigentlich wurden betriebsbedingte Kündigungen bis 2029 ausgeschlossen. Nun sollen auch die Investitionen von 2027 bis 2031 um rund 6,1 Milliarden Euro gekürzt werden. Der Konzern soll bis 2030 profitabler werden, unter anderem auch durch Milliardenkürzungen bei Entwicklungsbudgets.
Die Softwarelösungen von Cariad kommen im gesamten VW-Konzern zum Einsatz. Ursprünglich sollte die Tochterfirma große Teile selbst entwickeln. Als es zu Problemen bei wichtigen Projekten kam, die auch den Start einzelner Modelle verzögerten, tauschte der Autokonzern allerdings die Führung aus und änderte den Kurs. VW-Chef Oliver Blume setzt anders als sein Vorgänger Herbert Diess auf Kooperationen mit externen Partnern wie Xpeng in China oder Rivian in den USA. Cariad fokussiert sich daher auf die Entwicklung von Schlüsseltechnologien wie Fahrdynamik-Software und Cloud-Anwendungen.
Wie berichtet, hat Volkswagen einen Großteil seiner Tarifverträge gekündigt. Diese regeln unter anderem Arbeitsbedingungen, Arbeitszeit und Zulagen von mehr als 100.000 Beschäftigten in Deutschland. Erste Folgen könnten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Jänner 2027 spüren. Die Gewerkschaft und der Betriebsrat kündigten Widerstand an. Weltweit sollen in den kommenden Jahren 50.000 Menschen ihre Jobs bei dem Autobauer verlieren.
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