Kündigte Aggression an
Aufnahmen belasten ICE-Mitarbeiter nach Schüssen
In den Vereinigten Staaten ist ein Video aufgetaucht, das Darstellungen der US-Regierung zur Einwanderungsbehörde ICE widerlegt. Es geht um einen Einsatz Ende Oktober 2025 in Chicago, bei dem eine Lehrerin durch mehrere Schüsse schwer verletzt wurde.
Marimar Martinez war damals mit ihrem Auto dem Wagen eines US-Grenzschützers gefolgt, um Migrantinnen und Migranten ohne Aufenthaltsgenehmigung vor der Razzia zu warnen. Der Grenzschützer namens Exum lenkte das Fahrzeug scharf nach links in den Wagen von Marinez, wie Aufnahmen der Bodycam zeigen, die der ICE-Mitarbeiter getragen hatte und jetzt von der Staatsanwaltschaft veröffentlicht wurden. „Es ist Zeit, aggressiv zu werden. Wir werden Kontakt aufnehmen“, hatte Exum demnach auch gesagt.
Über den Funk wurde der Kontakt mit der Frau allerdings ganz anders dargestellt. „Achtung, wir wurden gerammt, wir wurden gerammt“, sagte ein Mitarbeiter zur Zentrale. Nach der Kollision stieg Exum aus dem Fahrzeug und gab fünf Schüsse ab. Das US-Heimatschutzministerium erklärte damals aber, Martinez habe die ICE-Männer mit ihrem Auto angegriffen. Damit keine Spuren zum Hergang des Zusammenstoßes ausgewertet werden können, brachte der ICE-Mitarbeiter sein Fahrzeug zur Reparatur zu einem Mechaniker der Zoll- und Grenzschutzbehörde.
Anklage gegen Bürgerin fallen gelassen
Martinez überlebte schwer verletzt. Gegen sie wurde zunächst Anklage wegen Behinderung eines Bundesbediensteten erhoben, im November wurde diese aber fallen gelassen. Trotzdem bezeichnet das Ministerium die Frau auf seiner Website als „inländische Terroristin“. Um sich gegen die Vorwürfe zu wehren, beantragte die Lehrerin die Veröffentlichung des Videos von der Bodycam und anderer Beweise. Ihr Anwalt kündigte zudem eine Zivilklage an.
Schütze prahlte mit Treffsicherheit
Zu den nun veröffentlichten Beweismitteln gehören auch Textnachrichten, in denen Exum mit seiner Treffsicherheit prahlte. „Ich habe fünf Schüsse abgefeuert und sie hatte sieben Löcher. Schreibt das in euer Buch, Jungs“, schrieb er in einem Gruppenchat an Kollegen. Sein Vorgesetzter Gregory Bovino, der inzwischen als Einsatzleiter in Minneapolis abberufen wurde, lobte den Schützen in einer E-Mail für seinen „exzellenten Dienst“. Seinen Posten verlor Bovino nach der Tötung der beiden US-Zivilpersonen Renee Good und Alex Pretti, die im Abstand weniger Tage von ICE-Einsatzkräften in der Stadt erschossen wurden.










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