Ins Spital gebracht

USA: Verurteilte lebt nach zwei Giftspritzen noch

Ausland
01.10.2026 06:36
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Hinrichtung der 50-jährigen Christa Pike, die im Alter von 18 Jahren eine Teenagerin getötet hatte, ist schiefgelaufen: Die Frau überlebte nach der Verabreichung zweier Giftspritzen. Pike wurde in ein Spital gebracht. Der Fall hatte für Aufsehen gesorgt, da es sich um die erste geplante Exekution einer Frau in Tennessee seit mehr als 200 Jahren handelte.

„Um 20:26 Uhr berichteten Zeugen der Hinrichtung, dass die Vollstrecker beide Spritzen mit den tödlichen Chemikalien injiziert hätten und Pike noch am Leben sei und schnarche“, erklärten die Verteidiger von Pike.

„Frau Pike nicht für tot erklärt“
Wenig später teilte Richter Kyle Hixson mit, in einer Telefonkonferenz mit den Anwälten aller Beteiligten habe der Staat das Gericht informiert, „dass Frau Pike nicht für tot erklärt worden sei“. Die Justizvollzugsbehörde habe zudem die medizinische Notfallversorgung und den Transport von Pike in ein Krankenhaus angeordnet.

Zweifel an Rechtmäßigkeit der Verurteilung
Ein Berufungsgericht hatte die Hinrichtung am gestrigen Mittwoch zunächst gestoppt, weil Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Verurteilung aufgekommen waren. Dabei ging es Würdigung von Traumata, die Pike als Kind erlitt. Diese waren von der Justiz erst nach dem Todesurteil anerkannt worden. Pike machte geltend, der Bundesstaat Tennessee habe sie Lügnerin abgetan und ihre Angaben zu erlittenem Missbrauch für fabriziert gehalten. Der Staat ging gegen den Hinrichtungsstopp umgehend beim US-Höchstgericht vor, das dem Eilantrag am Mittwochabend stattgab.

Pike war 1996 für den Mord an einer damals 19-jährigen Bekannten zum Tode verurteilt worden. Sie selbst war zum Tatzeitpunkt 18 Jahre alt. 1995 hatten drei Teenager das Opfer in einem abgelegenen Gebiet nahe der University of Tennessee in Knoxville gefoltert und getötet. Die beiden anderen Teenager kamen mit Haftstrafen davon.

Pike war nach Angaben der offiziellen Webseite der Regierung von Tennessee die einzige Frau, die derzeit im Todestrakt des US-Bundesstaates eine Strafe verbüßte. Sie ist laut der Forschungseinrichtung Cornell Center on the Death Penalty Worldwide die erste Frau seit 1819, die in Tennessee hingerichtet werden sollte.

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