Mit Klage gescheitert

USA: Teenager-Mörderin soll am Mittwoch sterben

Ausland
29.09.2026 11:15

Im US-Staat Tennessee soll am Mittwoch das erste Mal seit mehr als 200 Jahren eine Frau hingerichtet werden. Die 50-jährige Christa Pike wurde 1996 für den Mord an einer damals 19-jährigen Mitschülerin zum Tode verurteilt, zum Tatzeitpunkt war Pike selbst erst 18 Jahre alt gewesen. 1995 hatten drei Teenager das Opfer in einem abgelegenen Gebiet nahe der University of Tennessee in Knoxville gefoltert und auf brutalste Art und Weise getötet. 

Im Jänner 1995 hatte Christa Pike gemeinsam mit ihrem damaligen Freund und einer weiteren Freundin die 19-jährige Colleen Slemmer in eine stillgelegte Fabrik gelockt. Weil sie der Meinung war, Slemmer würde ihrem Freund schöne Augen machen, folterte Pike ihr Opfer mit einem Messer, ritzte ihr ein Pentagramm in die Brust und prügelte anschließend mit einem Stück Asphalt auf Slemmer ein.

Mit 20 Jahren zum Tode verurteilt
Der Prozess sorgte später für Schlagzeilen angesichts der Brutalität der Tat. Ein Gerichtsmediziner beschrieb die Leiche als dermaßen entstellt, „dass man sie auch für einen Tierkadaver hätte halten können“. Pike wurde zum Tode verurteilt, während der Verkündung brach sie in Tränen aus. Ihr Freund erhielt lebenslang, die Freundin, die „Schmiere gestanden“ hatte, eine Bewährungsstrafe. 

Christa Pike wurde mit 20 Jahren zum Tode verurteilt. Damals brauch sie in Tränen aus ...
Christa Pike wurde mit 20 Jahren zum Tode verurteilt. Damals brauch sie in Tränen aus (Archivbild aus 1996).(Bild: AP/WBIR-TV via AP)

Seit über 30 Jahren sitzt Pike nun im Todestrakt in Tennessee, laut der offiziellen Webseite der Regierung des Bundesstaates ist die heute 50-Jährige die einzige Frau, die derzeit im Todestrakt des US-Staats eine Strafe verbüßt. Sollte ihre Hinrichtung wie geplant am 30. September 2026 stattfinden, wäre es laut der Forschungseinrichtung Cornell Center on the Death Penalty Worldwide das erste Mal seit 1819, dass in Tennessee eine Frau hingerichtet wird.

Menschenrechtsorganisationen fordern Stopp
Mehrere Kampagnen versuchen, den geplanten Vollzug am 30. September aufzuhalten. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International betonte, dass die zum Tode Verurteilte während ihrer Kindheit Vergewaltigung, sexuelle und körperliche Gewalt, Misshandlung und Vernachlässigung erlitten hatte. Auch Experten der Vereinten Nationen fordern einen Stopp der Hinrichtung.

Das Opfer Colleen Slemmer war zum Zeitpunkt des Mordes 19 Jahre alt. Sie wurde brutalst ...
Das Opfer Colleen Slemmer war zum Zeitpunkt des Mordes 19 Jahre alt. Sie wurde brutalst gefoltert.(Bild: AP/May Martinez)

Pike selbst hatte ihre Hinrichtung bis zuletzt bekämpft. Vor einigen Monaten klagte sie gegen den Exekution, weil diese „ihren religiösen Überzeugungen widerspreche“. Pike gab an, sich nun zum Buddhismus zu bekennen. Am Dienstag wurde jetzt bekannt, dass auch der Gouverneur von Tennessee ihr Gnadengesuch abgelehnt hatte. Die „New York Times“ zitierte aus einer Mitteilung der 50-Jährigen und ihrer Anwälte: „Ich gehe diese Hinrichtung jeden Tag in meinem Herzen durch.“

Noch am Sonntag demonstrierten Gegner der Todesstrafe für eine Aussetzung der Hinrichtung von ...
Noch am Sonntag demonstrierten Gegner der Todesstrafe für eine Aussetzung der Hinrichtung von Pike.(Bild: AP/AP Photo/George Walker IV)

Frauen im Todestrakt
In den USA sind rund zwei Prozent der Inhaftierten im Todestrakt Frauen. Nach Angaben von Death Penalty Information Center sind seit 1976 in den USA 18 Frauen hingerichtet worden. Das entspräche etwa einem Prozent aller Hinrichtungen. Die Todesstrafe ist in mehr als zwei Dutzend der 50 Bundesstaaten zugelassen, allerdings wird sie vielerorts de facto nicht mehr vollstreckt. Laut Death Penalty Information Center wurden in den USA im laufenden Jahr bis zum 24. September 28 Straftäter hingerichtet.

Außer der Giftspritze werden Hinrichtungen in den Vereinigten Staaten unter anderem durch den elektrischen Stuhl oder seltener per Erschießungskommando vollstreckt. Laut einer jüngst erschienenen repräsentativen Umfrage des Forschungsinstituts Pew Research Center befürworten zwei Drittel der Erwachsenen in den USA (66 Prozent) die Todesstrafe für Menschen, die wegen Mordes verurteilt wurden. Eine Mehrheit (59 Prozent) ist zugleich der Ansicht, dass die Todesstrafe keine abschreckende Wirkung auf schwere Straftaten habe.

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