Eigentlich könnte die Sache klar sein: Ronald Rabitsch ist Vizebürgermeister und seit Jahren eine fixe Größe in der Klagenfurter SPÖ. Doch die Kür zum Bürgermeisterkandidaten ist nun offen. Mit Bundesrat Manfred Mertel stellt sich ihm ein Parteikollege entgegen.
Ausgerechnet die SPÖ, die in Klagenfurt seit Jahren die stärkste Fraktion stellt, sucht ihren Herausforderer für den Chefsessel erst im letzten Moment. Und das Rennen ist plötzlich enger als erwartet. Ronald Rabitsch (43), Vizebürgermeister und seit Jahren fixer Bestandteil der SP-Stadtpolitik, gilt zwar als Favorit. Doch selbstverständlich ist seine Kandidatur noch lange nicht.
Denn mit Bundesrat Manfred Mertel, 72, steht ein Parteikollege bereit, der Rabitsch die Spitzenkandidatur streitig macht. Beide haben sich Mittwoch zusammengesetzt, Freitag soll der Parteivorstand dann entscheiden, wer ins SP-Rennen um den Bürgermeistersessel geht. Eine interne Umfrage sieht die beiden offenbar nahezu gleichauf.
Gerade das ist die eigentliche Nachricht: Wenn ein amtierender Vizebürgermeister und Stadtparteichef nicht von vornherein als gesetzt gilt, spricht das eine deutliche Sprache. Rabitsch muss sich den Rückhalt in der eigenen Partei nun erneut holen – kurz vor Wahlen kein Optimum...
Für die SP wird die Kandidatenkür damit zum ersten kleinen Machtkampf vor dem großen Wahlkampf. Und egal, wer am Ende antritt: Die Debatte darüber, wer die Partei führen soll, hat bereits begonnen.
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