Die Tiroler Tinetz investiert bis 2030 rund 720 Millionen Euro in die Modernisierung der Stromnetze. Ein Hauptgrund ist die „explodierende“ Einspeisung aus Photovoltaik – gerade in einem Sommer wie dem jüngsten. Die Preissteigerungen durch die hohen Kosten sollen aber überschaubar bleiben.
Das wird eine Mammutaufgabe: Die Tiroler Tiwag-Tochter Tinetz will binnen vier Jahren nun 720 Millionen Euro in das Leitungsnetz investieren. „So viel wie noch nie“, erklärte Tiwag-Aufsichtsratsvorsitzender Michael Kraxner bei einem Pressetermin am Mittwoch.
Insgesamt sind 720 Maßnahmen auf Mittelspannungsebene und 1900 auf Niederspannungsebene vorgesehen. Die Projekte haben unter anderem das Ziel, dass Verbraucher von zwei Seiten versorgt werden können.
Das ist eine Mammutaufgabe für uns, der wir uns aber mit Demut und Zuversicht stellen.

Tiwag-Aufsichtsratsvorsitzender Michael Kraxner
Bild: Christof Birbaumer
„Gestresste“ Netze durch viel Sonnenschein“
„Die Netze waren im Sommer durch die enormen Photovoltaik-Einspeisungen stressgeplagt“, erklärte Kraxner. Das Problem sei, dass die größten Mengen untertags erzeugt werden, die Spitzen aber am Morgen und am Abend liegen. Dazu ist zu bedenken, dass die PV-Erzeugung in Tiroler derzeit bei 750 Megawatt-Peak (MWp) liegt, schon in vier Jahren werden es 1500 sein!
„Parallel dazu wird sich aber der Energiebedarf in Österreich bis 2040 verdoppeln“, verwies Kraxner auf Trends wie E-Mobilität, Heizen mit Wärmepumpen und vergrößerte Batteriespeicherkapazitäten.
Damit werden die Voraussetzungen für einen sicheren Netzbetrieb für Jahrzehnte geschaffen.

Tinetz-Geschäftsführer Thomas Rieder
Bild: Christof Birbaumer
Ein Schwerpunkt der Modernisierung liegt im Raum Waidring. „Dort wird das bestehende 10-kV-Ortsnetz durch eine moderne 30-kV-Infrastruktur ersetzt“, präzisierte Tinetz-Geschäftsführer Thomas Rieder. Herzstücke sind die Verlegung von drei Kilometern Mittelspannungskabel und der Bau von sieben Trafostationen.
Wirken sich Investitionen auf den Strompreis aus?
„Das ist die Gretchenfrage“, antwortete Kraxner auf den Aspekt, ob sich die enormen Kosten auf die Netzentgelte (bekanntlich ein Teil des Strompreises) auswirken werden. Man wolle die Preise weiter „so verträglich wie möglich“ gestalten, lautet das Versprechen. 1 bis 4 Prozent plus bei den Netzentgelten seien eine erwartbare Größe. Andreas Moser
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