Projekt in NÖ

Handys sind jetzt auch im Kindergarten angekommen

Niederösterreich
30.09.2026 19:00

Mit Handys und Tablets sollen Mädchen und Buben künftig in Niederösterreichs Kindergärten ihr Lernfortschritte selbst filmen und fotografieren. Das Vorhaben ruft auch Kritiker auf den Plan: „Aus Schulen verbannt man die Handys, in die Kindergärten holt man sie rein.“

Ein Trend, der nicht aufzuhalten ist?  Smartphones und Tablets halten jetzt auch Einzug in den Kindergärten. An rund 60 ausgesuchten Standorten in Niederösterreich soll bereits in diesem Kindergartenjahr das sogenannte digitale Portfolio etabliert werden.

Digital zu analog
Zur Erklärung: Derzeit gibt es für jedes Kind eine analoge Portfolio-Mappe, in der die Entwicklungsschritte des Kindes festgehalten werden. Künftig soll diese Dokumentation auch elektronisch mittels Fotos, Videos und Audioaufnahmen erfolgen – welche die Kinder selbst erstellt haben. Betont wird, dass das Projekt vorerst auf Freiwilligkeit basiert, Eltern und Pädagoginnen müssen zustimmen.

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Digitale Medien sind ein fixer Bestandteil in der familiären Lebenswelt. Darauf wollen wir im altersgerechten Ausmaß in den Bildungseinrichtungen reagieren.

Christiane Teschl-Hofmeister, Bildungslandesrätin

So funktioniert’s: Pro Gruppe wird es ein Handy oder Tablet geben. Kinder sollen damit aufzeichnen, wie sie verschiedene Aufgaben lösen. Die Fotos oder Videos werden dann im digitalen Portfolio des Kindes gespeichert, das auch zu Hause abrufbar ist.

Trendumkehr zu Schulen
Das Projekt stößt nicht nur auf Zustimmung. Eltern sind in Sorge und verweisen auf die Entwicklungen in anderen Bildungseinrichtungen: „In den Schulen verbietet man die Handys, aber im Kindergarten will man sie jetzt einführen“, wird auch Kritik laut. „Digitale Medien sind aus dem Alltag der Kinder heute nicht mehr wegzudenken“, hält Bildungslandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister dagegen.

Lernen fürs Leben
Es sei daher wichtig, ihnen schon im Kindergarten „einen kompetenten, kreativen und kritischen Umgang damit aufzuzeigen“. Die Kleinen sollen nicht nur lernen, mit Smartphone & Co. umzugehen, sondern altersgerecht auch vermittelt bekommen, was man fotografieren und filmen darf und was nicht. Wissenschaftlich begleitet wird das digitale Portfolio in den heimischen Kindergärten von Experten der Universität Graz.

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