In der Nacht auf den 15. August war ein mutmaßlicher Brandanschlag auf einen Rüstungshersteller in Estland verübt worden. Die Regierung in Tallinn teilte nun mit, dass es einen russischen Auftrag dazu gegeben haben dürfte. Die mutmaßlichen Täter seien inzwischen festgenommen worden.
„Wir können heute mit Gewissheit sagen, dass der Brandanschlag auf das Rüstungsunternehmen Milrem Robotics in der Nacht vom 14. auf den 15. August ein Sabotageakt war, der von den russischen Geheimdiensten angeordnet wurde. Der estnische Inlandsgeheimdienst ist nach eingehender Auswertung der gesammelten Informationen zu diesem Schluss gekommen“, sagte der estnische Regierungschef Kristen Michal. Seiner Einschätzung nach verdeutlichen Aktivitäten dieser Art die wachsende Verzweiflung des Kremls, da das Land die Kriegsziele in der Ukraine nicht erreichen könne.
NATO-Generalsekretär Mark Rutte sprach von einer „rücksichtslosen Kampagne feindseliger Handlungen gegen NATO-Verbündete“. Auch Österreichs Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) teilte auf der Plattform X mit, dass sie den Anschlag „aufs Schärfste“ verurteile. Der Kreml wies die Anschuldigungen zurück. Diese seien unbegründet, unüberlegt und nicht erst zu nehmen, sagte Regierungssprecher Dmitri Peskow.
„Mehrheit der Angriffe verhindert“
Estlands Sicherheitspolizei-Chef Margo Palloson sagte hingegen, dass Russland ständig derartige Aktivitäten plane und nach Gelegenheiten und Personen suche, die die Taten verüben könnten. Die überwiegende Mehrheit der Angriffe habe man verhindern können, Estland sei ein sicheres Land. Estland grenzt im Osten an Russland. Der Krieg in der Ukraine wird von vielen Menschen als direkte Gefahr für die nationale Sicherheit gesehen.
Das Unternehmen Miltrem Robotics, das Opfer der Sabotage wurde, entwickelt unbemannte Militärsysteme, die seit 2022 auch in der Ukraine eingesetzt werden. Der Brand in einem Gebäude Mitte August konnte schnell unter Kontrolle gebracht werden.
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