Klagenfurt Vorreiter

Zukunftsdialog: Klimaschutz schafft Lebensqualität

Kärnten
28.09.2026 19:00

Klagenfurt ist Teil der EU-Mission „100 klimaneutrale und smarte Städte bis 2030“ und will Vorreiter beim Klimaschutz werden. Doch welchen konkreten Nutzen bringt dieses Engagement für die Stadt? Dieser Frage wurde beim Zukunftsdialog „Klagenfurt moves forward“ im Lakeside Park nachgegangen.

Bürgermeister Christian Scheider betonte, dass Klagenfurt bereits seit vielen Jahren Maßnahmen beim Klimaschutz umsetze. Umwelt-Abteilungsleiter Wolfgang Hafner sei dabei seit 2011 eine treibende Kraft. „Klagenfurt verfolgt diese Maßnahmen schon lange. Wir nehmen eine Vorreiterrolle in Österreich ein und haben bereits gute Ergebnisse erzielt“, sagte Scheider. So seien die Treibhausgasemissionen seit 2018 deutlich reduziert worden. Auch die Zahl der Fahrgäste in den Bussen habe sich seit 2019 verdoppelt.“

Dr. Jürgen Schneider, Dr. Wolfgang Hafner, Christian Scheider, Marika Lagger-Pöllinger, Ronald ...
Dr. Jürgen Schneider, Dr. Wolfgang Hafner, Christian Scheider, Marika Lagger-Pöllinger, Ronald Rabitsch, Isabella Jandl, Teresa Steininger und Sandra Wassermann nahmen im Lakeside Park am Zukunftsdialog 2026 teil.(Bild: Nicolas Zangerle)

Auch Landesrätin Maria Lagger-Pöllinger (SP) war beim Zukunftsdialog dabei. „Klimaschutz steigert die Lebensqualität.“ Gleichzeitig bereiten ihr die Folgen der Hitze Sorgen. „Besonders die Auswirkungen auf die Landwirtschaft und die damit verbundenen Schäden sind ernst zu nehmen. Klagenfurt ist auf einem guten Weg.“

Wirtschaft und Klimaschutz gehen Hand in Hand
Vizebürgermeister Ron Rabitsch (SP) präsentierte mit dem Projekt „Cool Down“ Aktivitäten wie das Setzen von 1000 Bäum für eine Kühlung der Stadt. „Wir investieren in eine grüne Stadt, setzen auf Entsiegelung. Wirtschaft und Umwelt schließen sich nicht mehr aus. Es trifft sogar das Gegenteil ein – mittlerweile gehen sie Hand in Hand.“

Stadträtin Sandra Wassermann (FP) verwies auf die Kläranlage und die Biogasumlage. „Dafür sind Investitionen von 80 Millionen Euro vorgesehen.“ Gleichzeitig gebe es weitere Wünsche im öffentlichen Verkehr. „Wir hätten gerne eine vierte Buslinie, die im Zehn-Minuten-Takt fährt. Das kostet eine Million Euro extra. Vielleicht kann man das Geld auftreiben“, sagte Wassermann.

Wer beim Klima nichts unternimmt, wird abgestraft
Jürgen Schneider reiste vom Bundesministerium für Umwelt und Klima an. „Wer nichts für den Klimaschutz macht, wird abgestraft. Weil auch die Standorte unattraktiver werden. Wer viel macht, wird belohnt.“  Mit Teresa Steininger nahm sogar eine OECD-Beuaftragte am Zukunftsdialog teil.

Online zugeschaltet war die Wissenschaftlerin des Jahres 2024, Sigrid Stagl. Sie zeigte sich beeindruckt von den Entwicklungen in Klagenfurt, mahnte aber zu weiteren Anstrengungen: „Wir waren beim Klimaschutz lange Nachzügler, müssen schauen, dass wir endlich in die Gänge kommen.“ Die Ökonomin verwies auf die volkswirtschaftlichen Folgen des Nichtstuns. „Es bedarf einer verantwortungsvollen Klimapolitik. Die Schäden könnten demnach das Dreifache der Kosten ausmachen, die für Klimaschutzmaßnahmen erforderlich sind.“

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