Wegen Verletzung

Zur Kündigung gedrängt: AK hilft Präsenzdiener

Kärnten
28.09.2026 12:00
Porträt von Kärntner Krone
Von Kärntner Krone

Ein Kärntner Handelsunternehmen hatte einen jungen Mitarbeiter nach seiner Rückkehr vom Präsenzdienst zur einvernehmlichen Auflösung gedrängt, da dieser verletzungsbedingt nicht arbeiten konnte. Der Arbeitnehmer wandte sich daraufhin an die Arbeiterkammer. Ergebnis: Auflösung war nicht rechtens. 

Nach Abschluss des ordentlichen Präsenzdienstes kehrte ein junger Arbeitnehmer wieder in seinen Ausbildungsbetrieb zurück. Da er verletzungsbedingt nicht arbeiten konnte, wurde er dort jedoch nicht mit offenen Armen, sondern mit einer einvernehmlichen Auflösung erwartet. Wie die Arbeiterkammer berichtet, wurde der Mitarbeiter massiv unter Druck gesetzt, weshalb er schließlich die Auflösung unterschrieb. 

Verunsichtert suchte er dennoch Rat bei der Kärntner Arbeiterkammer. Der St. Veiter Bezirksstellenleiter, Philipp Parteder, befasste sich mit der Situation und kam zu folgendem Schluss: „Das Arbeitsplatz-Sicherungsgesetz (APSG) zieht hier extrem strenge Schutzgrenzen. Ohne eine offizielle, vorherige Aufklärung – durch das Gericht oder die Arbeiterkammer – über die rechtlichen Konsequenzen, ist eine solche Unterschrift absolut wertlos.“

Mit dieser Erkenntnis wurde schließlich auch der Handelsbetrieb konfrontiert: Die Auflösung des Dienstverhältnisses musste rückgängig gemacht werden.

Vorsicht bei Unterschriften
Obwohl die Unterschrift des Mannes in diesem Fall als gegenstandslos angesehen wurde, ist das nicht automatisch immer der Fall, warnt AK-Präsident Günther Goach: „Beschäftigte sollten sich im Zweifel niemals zu einer schnellen Unterschrift drängen lassen, sondern die kostenlose Beratung durch unsere Expertinnen und Experten in Anspruch nehmen. In diesem Fall konnten wir zugunsten des Betroffenen glücklicherweise helfen, aber leider lassen sich unüberlegte Unterschriften nicht immer rückgängig machen.“

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