Besetzte Stadt

Ukraine versorgt hungernde Menschen mit Drohnen

Ausland
27.09.2026 21:15
Porträt von krone.at
Von krone.at

In der von russischen Truppen besetzten südukrainischen Stadt Oleschky spitzt sich die humanitäre Lage offenbar immer mehr zu. Nun ist es aber nach Angaben ukrainischer Behörden, der Armee gelungen, vier Tonnen Lebensmittel mithilfe von Lastdrohnen in die Stadt zu bringen.

Russland halte in der Stadt etwa 2000 Menschen fest, darunter fast 50 Kinder, teilte der Gouverneur des ukrainischen Gebietes Cherson, Olexander Prokudin, auf Telegram mit. „Sie sind gezwungen, ohne Nahrung, Strom und Wasser zu überleben.“ In einem Video zeigte er den angeblichen Lebensmittelabwurf. Dieses verbreitete sich auch auf anderen Social-Media-Kanälen (siehe X-Posting unten).

Hilfsorganisationen beklagen seit Langem die humanitäre Lage in der Kleinstadt, die auf dem südlichen Ufer des Dnipro liegt. Die Gebietshauptstadt Cherson in ukrainischer Hand ist nur neun Kilometer entfernt, doch dazwischen verläuft die Front. Nach jahrelangem wechselseitigem Beschuss liegen rund um Oleschky Minen, ein Verlassen ist in alle Richtungen lebensgefährlich. Der letzte Laden schloss nach UNO-Angaben im Jänner. Seit Mai seien keine Lebensmittel mehr in den Ort gelangt. Unbestätigten Meldungen zufolge sind die Bewohner gezwungen, Gras, Hunde und andere Tiere zu essen.

Kreml: Ukrainer verhindern Lebensmittellieferungen
Kremlsprecher Dmitri Peskow gestand Anfang vergangener Woche die kritische Lage ein. Er warf der ukrainischen Armee vor, durch Drohnenangriffe die Lieferung von Lebensmitteln nach Oleschky zu verhindern. Prokudin wiederum sagte, die Besatzungsmacht misshandle Einwohner, die die ukrainischen Spenden aus der Luft aufsammeln.

Eine Satellitenaufnahme von Oleschky aus dem Jahr 2024
Eine Satellitenaufnahme von Oleschky aus dem Jahr 2024(Bild: AFP/Satellite image ©2024 Maxar Technologies)

Der Menschenrechtskommissar des Europarates, Michael O‘Flaherty, hatte am Freitag einen sofortigen örtlichen Waffenstillstand gefordert, um humanitäre Hilfe zu ermöglichen und die Zivilbevölkerung zu evakuieren. Bisher sind aber alle Versuche gescheitert, einen humanitären Korridor einzurichten, um die Menschen aus der Stadt bringen zu können.

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