FP-Besuch in Kärnten

Blaue Tour zwischen Tradition und „Popstar-Jubel“

Kärnten
26.09.2026 19:56

Volles Haus beim Stopp der freiheitlichen Herbsttour und Herbert Kickl in seiner alten Heimat Kärnten. Während der blaue Parteichef wie ein Popstar gefeiert wird, gibt sich dieser gewohnt laut, volksnah und „grantig“ über die Regierung. 

Dutzende „stolze Patrioten“ haben sich im Gemeinschaftshaus in Feistritz/Drau versammelt, um Herbert Kickl zuzuhören. Der stattet seiner Heimatgemeinde im Rahmen der FPÖ-Herbsttour einen Besuch ab. Das Motto: „Wir sind für euch da“ – und mit „Wir“ sind am Samstag offenbar Kickl sowie FP-Kärnten-Chef Erwin Angerer und FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz gemeint.

Blaues Merchandise bei Tour
Die Stimmung ist ausgelassen, Kickl wird wie ein Pop-Star gefeiert. Flaggen, Luftballons, bedruckte Trinkbecher; sogar ein eigenes Tour-T-Shirt gibt es, das man sich vom Star-Trio signieren lassen kann.

Ungeduldig warteten viele Kickl-Fans auf den Parteiobmann.
Ungeduldig warteten viele Kickl-Fans auf den Parteiobmann.(Bild: Elisabeth Nachbar)

Für die meisten Sager gibt es tosenden Applaus, für andere Lacher. Generalsekretär Schnedlitz schießt etwa lautstark gegen die Bundesregierung: „Die ÖVP hat Österreich kaputt gemacht und die Roten sind sowieso keine Partei mehr, sondern eine Selbsthilfegruppe auf offener Bühne. Weniger Prozente als Eierlikör!“

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Ich sehe ein Land, in dem die Dunkelheit keine Angst macht. Ein Land das wieder selbst entscheidet. Ein Land, ohne eine Schere im Kopf, wo jeder reden darf.

Herbert Kickl

Freiheitliche Themen punkten 
Herbert Kickl selbst will die Regierung ohnehin „mit dem nassen Fetzen raus jagen“. Die Themen sind gewohnt „blau“: die vermeintlich zu teure und falsche Asylpolitik seit 2015, Abschiebung für Straffällige, die Streichung von EU-Finanzierung, Ukraine-Krieg sowie der Dauerbrenner: „Ihr werdet nach Strich und Faden belogen.“

Die Regierung habe der Bevölkerung den Rücken zugewendet, sei realitätsfern. Die Lösung der FP: Ein Systemwechsel mit „Volkskanzler Kickl“.

Er gibt sich gewohnt volksnah, überzeugt mit Versprechen, die Wähler nie im Stich zu lassen. Etwa mit einem „Müttergehalt“ und der Streichung der Lohnsteuer für Mamas, die für die Kindererziehung zuhause geblieben sind. Nebenbei wird Angst geschürt, weil wir dem „dritten Weltkrieg nahe wie nie sind“, ohne die Neutralität, für die nur die Blauen steht oder Parolen gegen „eingewanderte Vergewaltiger“. Mit der FP hören sich, so Kickl, „die Spompanadeln auf!“

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