Aufregung nach Crash

Norris wütet: „Er hat in der F1 nichts zu suchen!“

Formel 1
26.09.2026 18:29
Porträt von krone Sport
Von krone Sport

Lando Norris ist nach dem heftigen Unfall mit Franco Colapinto in Baku stinksauer und fordert sogar eine Rennsperre für den Argentinier. Der Weltmeister machte deutlich, dass ein solcher Fahrstil für ihn „in der Formel 1 nichts zu suchen“ hat.

Beim Restart nach einer Safety-Car-Phase nahm das Unheil in Kurve eins seinen Lauf. Colapinto verbremste sich, traf Pierre Gasly und schob diesen anschließend in Norris. Für Gasly und den Weltmeister war das Rennen damit beendet. Norris fand danach deutliche Worte. „Ich wurde einfach aus dem Rennen genommen. Ich finde, die FIA sollte strenger vorgehen und für solche Vorfälle Sperren verhängen.“

Norris weiter: „Das ist einfach leichtsinnig. Das kostet eine Menge Geld. Alle meine Teile liegen jetzt im Müll. Die Leute sollten einfach gesperrt werden, denn so ein Fahrstil hat in der Formel 1 nichts zu suchen.“ Na bumm, das ist eine Ansage ...

Auch den Hinweis auf kalte Reifen nach der Safety-Car-Phase ließ Norris nicht gelten. „In der Formel 1 erwartet man meiner Meinung nach von den Fahrern, dass sie solche Situationen vorhersehen.“

Bei „F1 TV“ wiederholte er später, es gebe einige „Fahrer, die nicht in der Formel 1 sein sollten“. Zuvor hatte er bereits erklärt: „In der Formel 1 wollen wir uns mit den besten Fahrern der Welt messen, und wenn so etwas passiert, dann liegt es daran, dass [sie] dort nichts zu suchen haben.“

Colapinto: „Ein großer Fehler“
Colapinto übernahm nach dem Rennen die Verantwortung. „Ich habe mit kalten Reifen und kalten Bremsen komplett die Räder blockiert und habe die Kontrolle völlig verloren“, erklärte der Argentinier und sprach von einem „großen Fehler“.

„Da gibt es nicht viel mehr zu sagen, als mich beim Team, natürlich bei Pierre und bei allen Mitarbeitern zu entschuldigen. Wir haben wirklich hart daran gearbeitet, Punkte zu holen, und haben das dann durch diesen großen Fehler verspielt.“

Franco Colapinto war nach dem Unfall bedient.
Franco Colapinto war nach dem Unfall bedient.(Bild: AP/Darko Bandic)

Carlos Sainz nahm Colapinto zumindest teilweise in Schutz. „Ich glaube, es ist extrem leicht, mit diesen Autos Fehler zu machen.“ Vor allem die „eiskalten Reifen“ seien ein Problem gewesen. Obwohl Pirelli in Baku bereits die drei weichsten Mischungen mitgebracht hatte, hätte es laut dem Spanier sogar noch weichere Pneus gebraucht. „So einen Fehler kann jeder machen, aber in diesem Jahr ist es besonders leicht, solche Fehler zu begehen“, meinte Sainz.

Russell: Rennsperre wäre „zu hart“
Auch Rennsieger George Russell hielt Norris‘ Forderung nach einer Sperre für überzogen. „Ich persönlich finde das zu hart.“ Der Mercedes-Pilot verwies ebenfalls auf die schwierigen Bedingungen nach Safety-Car-Phasen: „Ich glaube, dass bei Restarts nach einer Safety-Car-Phase mit kalten Reifen schon bei einem ganz kleinen Fehler große Folgen entstehen können.“

Eine Rennsperre sollte für Russell nur bei deutlich gravierenderem Verhalten ausgesprochen werden. „Ich persönlich bin der Meinung, dass Rennsperren nur dann verhängt werden sollten, wenn Fahrer absichtlich etwas sehr Gefährliches und sehr Leichtsinniges tun.“

Ähnlich äußerte sich Max Verstappen. Solche Fehler könnten passieren, die vielen involvierten Autos seien zwar „unglücklich“, eine Sperre wäre für ihn aber „etwas viel“. Isack Hadjar schloss sich dieser Einschätzung an.

Briatore denkt über Konsequenzen nach
Bei Alpine sorgte der Crash für Ärger. Weil auch Gasly ausschied, blieb das Team in Baku ohne Punkte. „Natürlich bin ich über den Ausgang des heutigen Rennens äußerst enttäuscht, da wir dadurch wertvolle Punkte im Kampf um die Meisterschaft verloren haben“, erklärte Flavio Briatore. „Solche Vorfälle sollten nicht passieren.“ Der Alpine-Boss entschuldigte sich zudem bei McLaren und Norris und kritisierte Colapinto deutlich: „Ich weiß, dass Franco die volle Verantwortung dafür übernommen hat, wie es auch sein sollte. [...] Für einen Fahrer mit seiner Erfahrung war das ein sehr schlechtes Manöver.“

Alpine-Boss Flavio Briatore findet mahnende Worte für Franco Colapinto.
Alpine-Boss Flavio Briatore findet mahnende Worte für Franco Colapinto.(Bild: Krone KREATIV/APA/Getty Images via AFP/GETTY IMAGES/Minas Panagiotakis, APA/AFP/Gabriel BOUYS)

Briatore kündigte an, mögliche interne Konsequenzen zu prüfen: „Ich möchte mir Zeit nehmen, darüber nachzudenken und zu überlegen, welche Maßnahmen ergriffen werden sollten, damit wir daraus lernen und eine solche Situation in Zukunft vermeiden können.“

Fünf Startplätze zurück in Malaysia
Und tatsächlich. Die FIA reagierte nach dem Rennende schnell. Colapinto erhielt für den Unfall eine Zehn-Sekunden-Strafe. Da er das Rennen nicht beendete und diese nicht mehr absitzen konnte, wird er beim nächsten Grand Prix in Malaysia um fünf Startplätze zurückversetzt. 

Die Rennkommissare kamen zu dem Schluss, dass Colapinto zu spät gebremst hatte und die Kurve mit einer Geschwindigkeit anfuhr, die ein kontrolliertes Durchfahren unmöglich machte. Er habe die „alleinige oder überwiegende Schuld an der Kollision“ getragen. Auch die Tatsache, dass der Zwischenfall direkt nach dem Restart passierte, änderte daran nichts ...

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