London und Paris

Wenn Kärntner Tracht die Weltbühne erobert

Kärnten
29.09.2026 07:00

Claudia Hochmüller hat sich mit ihrem Label „Grünschnabel & Gänseblümchen“ einen Namen in der Trachtenmode gemacht. 2025 trat sie sogar bei der Fashion Show in London und Paris auf. Jetzt ruft die Modeschule Villach.

Seit 2011 entwirft Claudia Hochmüller in ihrem Atelier in Finkenstein individuelle Trachten-Unikate. Ihre fünfjährige Ausbildung im Textildesign an der HTL Spengergasse in Wien bildet die Grundlage für ihre Arbeit. Besonders bekannt ist die 48-Jährige für ihre Dirndl, Trachtenröcke, Gilets und Schürzen.

Der Modegeschmack von Claudia Hochmüller ist ausgefallen und exzellent.
Der Modegeschmack von Claudia Hochmüller ist ausgefallen und exzellent.(Bild: Grünschnabel & Gänseblümchen)
Auch bei Trachten werden die Entwürfe verändert.
Auch bei Trachten werden die Entwürfe verändert.(Bild: Claudia Hochmüller)
EIn Dirndl von „Grünschnabel & Gänseblümchen“.
EIn Dirndl von „Grünschnabel & Gänseblümchen“.(Bild: Claudia Hochmüller)

Zu ihrem Markenzeichen wurden die sogenannten „Fotoschürzen“, die auf Wunsch mit persönlichen Fotos gestaltet werden können. Dabei setzt die Designerin vor allem auf Maßanfertigungen und moderne Interpretationen traditioneller Tracht.

Trachtenmode beim Paris Triumphbogen
Ein besonderer Höhepunkt war für Hochmüller das Jahr 2025. Im Februar präsentierte sie ihre Kreationen bei der London Fashion Week. Im Herbst folgte ein Auftritt in der Modehauptstadt Paris: Ihre Dirndlkleider und Trachtenröcke wurden im eleganten Pavillon Étoile & Presbourg nahe dem Arc de Triomphe im Rahmen der Paris Fashion Week gezeigt. Damit konnte Hochmüller als erste Kärntnerin ihre Mode in der französischen Modehauptstadt präsentieren. „Ich hab sechs Modelle präsentiert.“

Claudia Hochmüller durfte sogar in der Modehauptstadt Paris ihre Trachtenmode vorführen.
Claudia Hochmüller durfte sogar in der Modehauptstadt Paris ihre Trachtenmode vorführen.(Bild: Sarina Dobernig)

In Österreich ist ihre Mode nun gefragter denn je. „Der Kundenkreis ist dadurch gestiegen“, erzählt Hochmüller der „Krone“. Sie hat zahlreiche Kunden in Kärnten und Wien und präsentierte ihre Kollektionen zuletzt bei der Vienna Fashion Week. Hochmüller ist überzeugt, dass sich Trachtenmode weiterentwickeln muss, um zeitgemäß und interessant zu bleiben. „Darum verändere ich immer etwas. Nur dann bleibt man interessant. Man muss sich neu erfinden.“ Das geht auch bei der Tracht.

Keine spezielle Ausbildung, aber Riesenerfahrung
Ein weiterer neuer Abschnitt in ihrer beruflichen Laufbahn beginnt jetzt mit einer Karenzvertretung an der Modeschule Villach, wo sie als Lehrerin tätig wird. Obwohl ihr dafür eine spezielle pädagogische Ausbildung fehlt, kann sie ihre langjährige praktische Erfahrung als Designerin und Unternehmerin einbringen. Das ist viel mehr wert als so manche Lehrstunde.

Claudia Hochmüllers Weg zeigt, wie sich traditionelle Tracht, modernes Modedesign und internationale Fashion-Trends miteinander verbinden lassen. Aus ihrem Atelier am Faaker See ist eine Marke entstanden, die inzwischen weit über Kärnten hinaus Aufmerksamkeit erhält.

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