Bürgerkrieg in Myanmar

Militärjet bombardiert Markt: Dutzende Todesopfer!

Ausland
29.09.2026 06:41
Porträt von krone.at
Von krone.at

In Myanmar sind bei einem schweren Luftangriff des Militärs auf einen Markt und eine Brücke Dutzende Menschen getötet worden. Im Land bekämpft eine Militärdiktatur erbittert den prodemokratischen Widerstand und bewaffnete Gruppen. 

Fast 60 weitere wurden bei dem jüngsten Angriff verletzt, viele von ihnen schwer. Der Angriff ereignete sich am Montagmittag (Ortszeit) in der Stadt Kyauktaw im westlichen Teilstaat Rakhine.

Ein Kampfflugzeug habe den Bereich um den sogenannten India Market und die nahe gelegene Kassapanadi-Brücke attackiert, berichteten der Sender DVB TV und die ethnische Rebellengruppe Arakan Army, die seit Jahren gegen das Militär kämpft. „Der Kampfjet hat insgesamt dreimal Bomben abgeworfen“, sagte der 33-jährige Kyaw Moe, der in der Stadt lebt, der Deutschen Presse-Agentur.

Dutzende Menschen sind bei dem Luftangriff getötet worden.
Dutzende Menschen sind bei dem Luftangriff getötet worden.(Bild: AFP)

Der Markt gilt als wichtiges Handelszentrum für die Region. Rakhine ist wegen des Bürgerkriegs in Myanmar und der von der Armee verhängten Beschränkungen der Handelswege weitgehend vom Rest des Landes abgeschnitten. Die Bevölkerung ist deshalb eigenen Angaben zufolge auf Versorgungswege über die Nachbarländer angewiesen.

Immer wieder Angriffe auf zivile Ziele
Kyauktaw wird von der Arakan Army (AA) kontrolliert, einer bewaffneten ethnischen Organisation, die für eine größere Autonomie Rakhines kämpft. Das Militär äußerte sich zunächst nicht zu dem Angriff. Menschenrechtler werfen den Streitkräften schon lange vor, gezielt Orte anzugreifen, die nicht in direktem Zusammenhang mit militärischen Operationen stehen – darunter Schulen, Krankenhäuser, Märkte und Wohngebiete.

Seit dem Putsch von 2021 befindet sich Myanmar in einer schweren Krise. Die Entmachtung der gewählten Regierung von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi hatte damals landesweite Proteste und einen anhaltenden bewaffneten Konflikt ausgelöst. Seither prägen wieder Gewalt, Willkür, wirtschaftlicher Niedergang und Widerstand gegen die Junta das Land.

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