Kein Essen für Juden?

Jetzt bittet Ortschef Imbiss-Betreiber zum Rapport

Salzburg
29.09.2026 07:00

Ein Imbiss-Betreiber soll sich vehement geweigert haben, eine israelische Urlauberfamilie zu bedienen – der Antisemitismus-Aufreger in Bad Hofgastein in Salzburg lässt weiter die Wogen hochgehen. Nun schaltet sich der Bürgermeister der beschaulichen Gemeinde ein.

„Wir sind ein Tourismusort, eine weltoffene Gemeinde“ – Bad Hofgasteins Bürgermeister Markus Viehauser (ÖVP) hat eine klare Meinung zu dem mutmaßlichen Antisemitismus-Vorfall in seiner Gemeinde.

Wie berichtet, soll der Betreiber eines Imbiss-Stands – er hat muslimische Wurzeln – eine israelische Familie nicht bedient haben. Mehr noch: Das bereits bestellte Essen soll er einfach in den Müll geschmissen haben. „Wegen Gaza“, soll er den Urlaubern noch mit auf den Weg gegeben haben.

Der Gastronom bestreitet dies vehement, nennt den Vorfall „Blödsinn“. Im Internet berichteten jedoch weitere Urlauber von ganz ähnlichen Fällen in der Vergangenheit. Sie sollen offen beschimpft worden sein. „Ich habe noch nie so einen Hass erlebt“, heißt es etwa in einem Bericht. Ein Gast meint gar, dass er die örtliche Polizei gerufen hat´be. „Diskriminierungen und Beschimpfungen sind bei uns fehl am Platz“, stellt der Bürgermeister unmissverständlich klar.

Der Ortschef wird den Imbissbetreiber schnellstmöglich zu einem klärenden Gespräch bitten. „Ich will unbedingt auch seine Version der Geschichte hören“, sagt Viehauser. Allerdings: „Die weitere Klärung des Sachverhalts überlassen wir den zuständigen Stellen und warten die Ergebnisse ab.“

Denn: Die betroffene Familie aus Israel wandte sich an die Bezirkshauptmannschaft. Diese leitete prompt ein Verwaltungsstrafverfahren gegen den betroffenen Gastronomen ein – und verwies die Urlauber zusätzlich an die Gleichbehandlungsanwaltschaft.

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