Die Automobilbranche steht vor riesigen Umbrüchen – das trifft die Steiermark besonders stark. Viele Unternehmen haben sich schon angepasst, anderen steht das noch bevor. Eine neue Förderschiene über fünf Millionen Euro soll dabei helfen.
„Die Stimmung ist gut und bei Weitem nicht überall trist und hoffnungslos. Großteils herrscht Zuversicht, die Ausgangsposition ist insgesamt besser, als es oft dargestellt wird.“ Christa Zengerer, Geschäftsführerin des steirischen Mobilitätsclusters AC Styria, versucht das Bild in der Öffentlichkeit zurechtzurücken, nachdem dieses vor allem von der Krise der europäischen Autoindustrie (Stichwort: VW!) und ihrer damit verbundenen Zulieferer dominiert wird.
In der Steiermark beschäftige man sich seit zwölf Jahren mit dem „Spurwechsel“, so Zengerer. Damals hat man den früheren Autocluster zum Mobilitätscluster gemacht. Schiene, Luft- und Raumfahrt, derzeit vor allem auch der boomende Verteidigungs-Bereich: Viele der 300 Partnerbetriebe des Clusters setzen auf mehrere Standbeine und sind damit erfolgreich. Ein Beispiel von vielen ist M&H aus llz, die mit industriellem 3D-Druck Ersatzteile für die Formel 1 herstellt.
Fünf Millionen Euro trotz Sparkurs im Land
Doch noch immer gibt es ausreichend Firmen, die fast alle Karten auf die Automobilität setzen. Auf diese zielt eine neue Förderschiene ab, die Zengerer am Freitag gemeinsam mit Landesrat Willibald Ehrenhöfer (ÖVP) und SFG-Geschäftsführer Christoph Ludwig vorstellte. „Wir wollen die Transformation der Branche weiter unterstützen und vorantreiben“, so Ehrenhöfer.
Fünf Millionen Euro macht er aus seinem Ressort – trotz Sparzwangs der Landespolitik – locker. „Sie stärken den Wirtschaftsstandort, sorgen für mehr Wertschöpfung. Es rentiert sich also“, ist der Wirtschafts- und Finanzlandesrat überzeugt. Laut Ludwig wurden gut 100 Betriebe des AC Styria identifiziert, die für die Förderungen infrage kommen – dazu nochmals gut 800 externe Unternehmen.
Hilfe für Klein- und Mittelbetriebe
Die vorerst bis Ende 2029 angelegte Förderschiene namens „Spurwechsel“ zielt auf Klein- und Mittelbetriebe (maximal 750 Mitarbeiter am Standort Steiermark). „Wir wollen keine Mitnahmeeffekte für große internationale Konzerne“, betont Ludwig. Vor jedem Projektantrag ist ein Gespräch beim AC Styria notwendig. Gefördert werden maximal 200.000 Euro pro Firma, etwa für Investitionen, Lizenzen, Zertifizierungen, Digitalisierung. Sie müssen nicht zurückgezahlt werden. „Alle anderen Förderungen auf EU-, Bundes- und Landesebenen bleiben weiterhin bestehen“, so Ludwig.
Die Beteiligten hoffen, dass viele Unternehmen motiviert werden, neue Wege zu gehen, etwa weg vom Verbrennermotor hin zur E-Mobilität oder gleich in neue Branchen. „Es gibt viele Chancen, man muss flexibel sein“, sagt Zengerer.
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