Messerattacke in Polen

Nonne: „Das ist ein Ort, den ich für sicher hielt“

Ausland
25.09.2026 18:12
Porträt von krone.at
Von krone.at

Am Donnerstag wurde bei einer Messerattacke in einem Kloster in Polen ein Priester getötet. Vier weitere Menschen wurden verletzt, ihr Zustand ist inzwischen stabil. Einen Tag nach der Attacke stehen viele Menschen in der betroffenen Stadt Jaroslaw unter Schock.

Am Donnerstagabend wurden Gedenkmessen abgehalten, an denen mehr als hundert Menschen teilnahmen. Sie legten an einem provisorischen Gedenkort Kerzen und Blumen nieder. Viele sagten, sie hätten den ermordeten Priester persönlich gekannt. Die Nonne Barbara Dendor sagte, die Geistlichen könnten kaum begreifen, was passiert sei. „Das ist ein Ort, den ich für sicher hielt.“

Die Augenzeuginnen und Augenzeugen der Messerattacke wurden psychologisch betreut. Sie sei zur Messe gekommen, als ein Mann den Priester an einer Halsarterie getroffen habe, berichtete eine Augenzeugin. „Der Priester fiel zu Boden.“ Die Polizei war laut eigenen Angaben am Donnerstag gegen 9.30 Uhr zu der Benediktinerinnenabtei in Jaroslaw gerufen worden. Dort soll der Verdächtige vier Männer und eine Frau mit einem Messer angegriffen haben, das er zuvor aus der Küche des Klosters entwendete. Alle fünf Opfer wurden noch in ein Krankenhaus gebracht, der Priester starb später.

Die Messerattacke ereignete sich am Donnerstagvormittag.
Die Messerattacke ereignete sich am Donnerstagvormittag.(Bild: EPA/Piotr Polak)
Der Verdächtige wurde festgenommen, die Verletzten sind inzwischen in einem stabilen Zustand.
Der Verdächtige wurde festgenommen, die Verletzten sind inzwischen in einem stabilen Zustand.(Bild: EPA/Piotr Polak)

Das ist über den Verdächtigen bekannt
Als Tatverdächtiger wurde ein 31-jähriger Ukrainer festgenommen, der aus Deutschland eingereist war. Staatsanwältin Bozena Harasz-Woloszyn sagte, er sei erst in der Nacht auf Donnerstag aus Deutschland gekommen und auf dem Weg zu einem nahe gelegenen Grenzübergang zur Ukraine gewesen. Die Grenze zur Ukraine habe er dann aber nicht mehr überquert. Dort wurde er abgewiesen, da sein Auto nicht den erforderlichen Versicherungsschutz hat.

Der Mann ging dann zu dem Benediktinerinnenkloster. Nach der Tat ließ er sich widerstandslos festnehmen. Untersucht werden soll noch, in welchem Zustand sich der 31-Jährige befand und ob er unter Alkoholeinfluss stand. Der Beschuldigte wurde bisher nicht vernommen, da er selbst verletzt und psychiatrisch behandelt wurde.

Seine Motive waren zunächst unklar. Er wird sich wegen Mordes, versuchten Mordes und Körperverletzung vor Gericht verantworten müssen. Ihm droht lebenslange Haft. Messerattacken sind in Polen selten.

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