OÖ-Besuch in Finnland

Zwischen Sauna und Eisbaden wird Zukunft gestaltet

Oberösterreich
26.09.2026 15:00

Sie bezeichnen sich selbst als „verrückt“ und liefern auch gleich die Erklärung dazu. Warum sich die oberösterreichische Wirtschaft dennoch etwas von den Finnen abschauen kann und sich Kooperationen lohnen dürften, das hat eine Wirtschaftsdelegation in den vergangenen Tagen in Helsinki ausgelotet.

Ein Land, in dem es mehr Saunen als Autos gibt; in dem Start-up-Ideen beim „Polar Bear Pitching“ im Eiswasser beworben werden; in dem die Grünen die Atomkraft befürworten – und in dem man seinen Studienabschluss mit Nacktbaden im öffentlichen Brunnen feiert: „Hab’ ich schon gesagt, dass wir verrückt sind?“, fragt die Stadtführerin angesichts der finnischen Eigenheiten beim Besuch einer Wirtschaftsdelegation in der Hauptstadt Helsinki.

Konzerne in der Weltspitze
Ja, hat sie. Sogar mehrmals – aber das hält die Gruppe rund um Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner (ÖVP) und den Präsidenten der Industriellenvereinigung (IV) Thomas Bründl nicht davon ab, sich in Finnland Anregungen zu holen. Zurecht, denn insbesondere die Hauptstadt-Region ist eine der wettbewerbsfähigsten Europas. Mit dem Technologie-Riesen Nokia und dem Aufzughersteller Kone gibt es zwei Konzerne, die in der Weltspitze mitspielen.

Landesrat Achleitner (re.) ließ sich zeigen, wie Nokia am 6G-Netz forscht.
Landesrat Achleitner (re.) ließ sich zeigen, wie Nokia am 6G-Netz forscht.(Bild: Margot Haag)

Ukraine-Krieg befeuert Investitionen in Sicherheit
Sie sind Top-Beispiele dafür, auf welche Felder hier Wert gelegt wird: Innovation, KI, Nachhaltigkeit und Sicherheit. Letztere wird in Finnland seit dem Angriffskrieg des Nachbarlands Russland in der Ukraine besonders großgeschrieben. Achleitner sieht das Thema auch in Oberösterreich als „Zukunftsmarkt“ und nennt dabei Finnland „Vorbild für Resilienz und Transformation“.

Zukunftsthema Wasserstoff
Das oben kurz erwähnte innovative Start-up-Wesen ist ein weiterer Punkt, an den Oberösterreich in Finnland anknüpfen kann. „Im Kapitalmarkt für die Start-up-Finanzierung sind sie weiter als wir“, räumt Achleitner ein. Wovon sich Oberösterreich vermutlich nicht sehr viel abschauen wird: Knapp 40 Prozent der Stromerzeugung erfolgen aus Atomenergie. Wohl eher interessant ist Finnlands Wasserstoffstrategie: Geplant ist eine 1500 Kilometer lange Pipeline mit dem Ziel, 2035 zehn Prozent des europäischen Wasserstoffs zu produzieren.

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