Um hunderte Mio. Euro

RAG plant Riesenprojekt zu Wasserstoff in Sattledt

Oberösterreich
02.05.2026 19:00

Österreichs größtes Energiespeicherunternehmen, die RAG Austria, will in Oberösterreich um Hunderte Millionen Euro eine Anlage zur Produktion von Wasserstoff bauen. Doch noch fehlt der „Startschuss“ für das Projekt.

„Wir merken gerade jetzt, wie abhängig wir beim Erdgas von internationalen Lieferungen sind“, sagt Markus Mitteregger mit Blick auf den Iran-Krieg. Mitteregger ist CEO von Österreichs größtem Energiespeicherunternehmen, der RAG. Der Ausbau des Energieträgers Wasserstoff soll helfen, diese Abhängigkeit zu reduzieren.

Oberösterreich kommt dabei in zweifacher Hinsicht eine Schlüsselrolle zu. Denn erstens steht in Gampern eine von der EU geförderte Demonstrationsanlage: „Wir nehmen Solarstrom aus dem Netz und von unserer PV-Anlage, um ihn in Wasserstoff umzuwandeln“, erklärt Mitteregger. „Dann wird er in circa 1000 Meter Tiefe in Sandstein eingelagert. Im Winter wird der Wasserstoff über eine acht Kilometer lange Pipeline zu einem Blockheizkraftwerk gebracht und dort wieder zu Strom und Wärme umgewandelt.“

Durch eine acht Kilometer lange Pipeline gelangt der Wasserstoff zu einem Blockheizkraftwerk.
Durch eine acht Kilometer lange Pipeline gelangt der Wasserstoff zu einem Blockheizkraftwerk.(Bild: Karin Lohberger)

Ein Viertel der Energie geht verloren
So kann der PV-Strom aus dem Sommer in Form von Wasserstoff gespeichert werden. Der Haken: Beim Umwandlungsprozess geht etwa ein Viertel der Energie verloren. Derzeit baut die RAG die Anlage um 20 Millionen Euro auf die siebenfache Kapazität aus, die Inbetriebnahme ist für Herbst geplant. Es wäre dann die erste kommerzielle Anlage, bei der Unternehmen Solarstrom aus dem Sommer einspeichern können.

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Wir nehmen Solarstrom, um ihn in Wasserstoff umzuwandeln. Im Winter wird er wieder zu Strom und Wärme.

Markus Mitteregger, Geschäftsführer von RAG Austria

Riesenprojekt in Sattledt
Das zweite Schlüsselprojekt ist in Sattledt geplant: Dort will die RAG eine Produktionsanlage für Wasserstoff – dieser kann in Industriebetrieben das klimaschädliche Erdgas ersetzen – bauen. Allein der Speicher würde 200 Millionen Euro kosten, die Fertigung weitere hunderte Millionen. „Dafür brauchen wir aber noch den Startschuss, also Aufträge der Industrie“, sagt Mitteregger.

Ist Wasserstoff der Durchbruch?
Ist denn Wasserstoff wirklich der Durchbruch bei der Energiewende? „Es ist ein wichtiger Faktor, aber nicht der einzige“, sagt Forscher Robert Tichler, Chef des Energieinstituts an der Linzer JKU. In zehn Jahren, so Tichler, werde Wasserstoff in der Industrie im großen Stil eingesetzt werden, als Speicher für Sonnenstrom schon in fünf Jahren: „Es wird ein steter Hochlauf.“

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