Im Februar hat sich die Landespolitik für die Rettung des Kasbergs feiern lassen, im Mai hat die Landesregierung beschlossen, Sofortmaßnahmen von 1,1 Millionen Euro bereitzustellen, nun steht die Übernahme vor dem Aus. Es gäbe „keine tragfähige touristische Perspektive“ hört man vonseiten der Fördergenossenschaft „Lebenswertes Almtal“.
Die geplante Übernahme der Almtal Bergbahnen droht noch unmittelbar vor der Ziellinie zu scheitern! Wie die Fördergenossenschaft lebenswertes Almtal berichtet, stehen die Gespräche betreffend der Übernahme der Gesellschaftanteile durch die TTG (Traunsee Touristik GmbH, eine 100%-Tocher der OÖ Seilbahnholding) vor dem Abbruch, da die Vertreter des Landes Oberösterreich nicht bereit sind, im Gegenzug zur Betriebsabtretung dem Almtal eine tragfähige touristische Perspektive zu garantieren. Die mit der Angelegenheit befassten Vorstände der Fördergenossenschaft lebenswertes Almtal, Karl Drack und Michael Stadler betonen: „Wir sind gerne bereit, unsere Gesellschaftsanteile bzw. den Betrieb um einen symbolischen Kaufpreis in Höhe von 1,00 Euro an das Land Oberösterreich abzutreten. Als Gegenleistung erwarten wir uns jedoch einen Vertragspunkt, der dem Almtal eine Planungssicherheit auch über den Zeitpunkt der nächstjährigen Landtagwahl hinaus eröffnet. Als Mindest-Investition ist der Bau einer modernen Vollbeschneiung sowie der Erhalt der Gruppenumlaufbahn bzw. die Errichtung einer Ersatzbahn zu garantieren. Damit wäre eine Betriebs-Fortführung zumindest bis zum Jahr 2040 gesichert.“
Die Spitzen der Landespolitik haben am 27. Februar den Kasberg für gerettet erklärt – dafür wollen wir jetzt eine Garantie verbrieft haben.

Karl Drack, Fördergenossenschaft lebenswertes Almtal
Bild: Andrea Kloimstein
Schon eine halbe Million investiert
Gemeinsam mit den „Kasberg-Gönnern“ – eine Gruppe von engagierten Unternehmen und Privatpersonen aus der Region, wurde bereits eine Summe in der Größenordnung von 500.000 Euro in die Sicherung der nächsten Skisaisonen investiert. Im Namen der übrigen Anteilseigner stellen die Vorstände der Fördergenossenschaft lebenswertes Almtal klar: „Die Zeit der Experimente ist vorbei. Wir haben für die Zukunft des Skigebiets eine Menge an Vorleistungen erbracht, ein motiviertes und frisch ausgebildetes Mitarbeiterteam für den Winterbetrieb, Neuanschaffung eines Kassensystems und eines Skidoos, Ausschneiden von Bahn- und Lifttrassen sowie Abbau des drängendsten Teils des Investitions-Rückstaus, den wir von den früheren Betreibern geerbt haben. Für ein unverbindliches Weiterwursteln, um über den nächsten Wahltermin zu kommen, sind wir nicht zu haben. Die Spitzen der Landespolitik haben am 27. Februar den Kasberg für gerettet erklärt – dafür wollen wir jetzt im Zuge der Abgabe unserer Gesellschaftsanteile auch eine Garantie verbrieft haben.“
Einige Verhandlungspunkte noch offen
Nach wie vor werden täglich Verhandlungen geführt, einige Verhandlungspunkte sind noch offen. In erster Linie geht es den Almtal Bergbahnen um eine neue Beschneiungsanlage – nur so kann die Zukunft des Skigebiets gesichert werden. „Ich glaube, dass wir es schaffen können. Wir liegen bei 98 Prozent Einigung und die letzten zwei packen wir auch noch“, zeigt sich Fritz Drack, Geschäftsführer der Almtal Bergbahnen optimistisch. Und auch der Anwalt der Almtal Bergbahnen, Dr. Wolfgang Reiser, stimmt zu: „Es wird seit mehreren Wochen hart verhandelt, wir sind zuversichtlich, die letzten offenen Punkte in den nächsten Tagen zu lösen.“
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