Es soll weitergehen

Rettung des Kasbergs: Zwischen Freude und Zweifel

Oberösterreich
01.03.2026 11:20
Porträt von Krone Oberösterreich
Von Krone Oberösterreich

Landeshauptmann Thomas Stelzer erklärte das Thema Kasberg in den vergangenen Wochen zur Chefsache und Übernahmegespräche sind befohlen. Die „Krone“ hörte sich am Samstag in Grünau im Almtal unter den Skigästen um. Während sich viele freuen, werden aber auch die ein oder anderen Zweifel laut.

Es ist ein Bild mit Symbolcharakter: Maskottchen Bruno, der Kasbär, nimmt Fritz Drack fest in den Arm. Die Erleichterung ist dem Geschäftsführer der Kasberg-Bahnen am Samstag ins Gesicht geschrieben: „Ohne Skigebiet hätte das Almtal keine Zukunftsperspektiven. Die Unsicherheit ist jetzt vorbei. Wenn das Skigebiet gesichert ist, dann können und werden auch private Tourismusbetriebe wieder in ihre Nächtigungsmöglichkeiten investieren.“

Thema zur Chefsache erklärt
Drack hatte mit anderen ortsansässigen Helfern das kriselnde Skigebiet im Jahr 2023 übernommen und vor der Schließung gerettet. Doch mit Ende dieser Saison drohte erneut das Aus für das Familienskigebiet. Bis LH Thomas Stelzer (ÖVP) in den vergangenen Wochen das Thema zur Chefsache erklärte und am Freitag gemeinsam mit LH-Vize Manfred Haimbuchner (FPÖ) und Wirtschafts- und Tourismuslandesrat Markus Achleitner (ÖVP) bekannt gab, dass die Seilbahnholding mit Übernahmegesprächen zum Kasberg startet.

Kasberg-Geschäftsführer Fritz Drack ist sichtlich erleichtert.
Kasberg-Geschäftsführer Fritz Drack ist sichtlich erleichtert.(Bild: Wolfgang Spitzbart)

„Nicht nur für Wintersaison gedacht“
Diese Entscheidung sorgte vor allem bei Skifahrern aus der Region für Jubel. Gleichzeitig gibt es viele Landsleute, die fürchten, dass (zu) viel Steuergeld in das Skigebiet gesteckt werden könnte. Es sind 70 Millionen Euro nötig. „Die Entscheidung für Übernahmegespräche durch die Seilbahnholding ist richtig, kommt aber reichlich spät. Die Menschen im Almtal haben eine Zukunftsperspektive verdient, diese muss aber ganzjährig und nicht nur für die Wintersaison gedacht werden“, meint Stefan Kaineder von den Grünen.

Braucht Einigung mit Grundbesitzern
Doch genau da liegt die Krux. Der Sommerbetrieb wurde und wird am Kasberg von den meisten Grundbesitzern nicht gewünscht. Es bleibt also abzuwarten, wie sich dieser Umstand entwickelt. Denn auch LH Thomas Stelzer sprach von einer „nachhaltigen Zukunft des Kasbergs“. Bereits im Jahr 2023 war davon die Rede, dass es das oberste Ziel sei, „neue Zukunftsperspektiven für den Tourismus in der gesamten Region zu schaffen, unabhängig vom Fortbestand der Bergbahnen und Fokus auf Ganzjahresbetrieb.“

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