Das sagen Taxler & Co.

Spritpreisbremse: „Richtiger Schritt, aber…“

Oberösterreich
24.09.2026 15:30

Mehr als 12 Cent Ersparnis pro Liter soll die neue Spritpreisbremse der Bundesregierung ab Oktober bringen. Die „Krone“ holte die Reaktionen aus Oberösterreich dazu ein. Autofahrerclub, Taxifahrer und Co. freuen sich zwar über die Maßnahme – sie geht ihnen aber nicht weit genug.

Ab Oktober wird die Spritpreisbremse in Österreich wieder angezogen, auf 12,2 Cent Ersparnis pro Liter Benzin und Diesel – so viel wie noch nie. Die Maßnahme setzt sich zusammen aus einer Reduktion der Mineralölsteuer (sie soll 6,7 Cent bringen), einer Margenreduktion für Ölkonzerne (3,5 Cent) sowie der sinkenden Mehrwertsteuer, die sich daraus ergibt – die „Krone“ berichtete.

„Die Spritpreisbremse an sich und die Entlastung für den Endverbraucher halte ich für eine sehr gute Maßnahme. Ich glaube sie war überfällig und kommt jetzt auch zum richtigen Zeitpunkt“, sagt Bernd Zierhut, Obmann der Energiewirtschaft in Oberösterreich, zur Regierungsmaßnahme. Allerdings gibt es für Zierhut ein großes Aber: „Ich halte es für einen Skandal, dass man in die Margen von Unternehmen eingreift. Mir ist das in einer Welt der freien Marktwirtschaft völlig fremd.“ Sein Argument: Die Ölpreise steigen, doch dafür können die oberösterreichischen Unternehmen nichts, die dadurch selbst höhere Kosten haben und nun in ihren Margen beschnitten werden.

ARBÖ fordert mehr Hilfen für Pendler
Konträr beurteilt die Spritpreisbremse Thomas Harruk, Landesgeschäftsführer des Autofahrerclubs ARBÖ. Zwar hält auch Harruk die Maßnahme für „einen Schritt in die richtige Richtung.“ Es brauche aber eine zusätzliche Unterstützung für Pendler, die aufs Auto angewiesen sind – etwa in Form einer höheren Pendlerpauschale. Und: „Noch wichtiger wäre eine Übergewinnsteuer oder Margenbegrenzung für Mineralölkonzerne auf gesamteuropäischer Ebene. Die Konzerne verdienen nämlich auf alle Fälle“, sagt Harruk.

„Löst unsere Probleme nur bedingt“
Wieder andere Bedenken zur Spritpreisbremse hat Gunter Mayrhofer – er vertritt als Obmann der Taxiunternehmen in Oberösterreich eine Branche, die naturgemäß stark von den Preisen an den Zapfsäulen abhängig ist. Denn die Maßnahme „löst unsere Probleme nur bedingt“, sagt der Sprecher der „Taxler“. „Der Diesel ist heuer um 60 Cent teurer geworden, die Spritpreisbremse sind jetzt zwölf Cent. Das ist wirklich eine Unterstützung der Regierung, aber was wir bräuchten, ist eine Anpassung unserer Verträge.“ Denn sowohl Taxitarife als auch Beförderungsverträge wie etwa jene für Schülertransporte gelten meist für ein Jahr oder länger. Preissprünge beim Treibstoff sind darin aber nicht abgebildet. Wird der Sprit teurer, bleiben die Tarife dennoch gleich hoch. Die Folge laut Mayrhofer: „Derzeit ist es so, dass wir als Taxiunternehmen dazulegen. Das kann ja nicht die Lösung sein.“

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