Die oberösterreichische Landesregierung will für das kommende Jahr weitere fünf Millionen Euro für den kriselnden Linzer Flughafen locker machen. Indes hat der Gemeinderat in Linz am Donnerstag offiziell beschlossen, die städtischen Anteile am Airport an das Land zu verkaufen.
Die Landesregierung macht für den Linzer Flughafen weiteres Geld locker: 2027 sollen dem kriselnden Airport bis zu fünf Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden – das will die Landesregierung am Montag beschließen. Kommenden Donnerstag soll dann auch der Landtag die Geldspritze absegnen. Die Finanzierung könne als Gesellschafterzuschuss, Gesellschafterdarlehen, Kapitalerhöhung oder als Kombination dieser Instrumente erfolgen, heißt es von der Landesregierung.
Bereits im Vorjahr schoss das Land vier Millionen Euro zu, um die Verluste des Flughafens auszugleichen. Eine ebenso hohe Finanzspritze leistet die Stadt Linz. Und in den kommenden vier Jahren subventioniert das Land OÖ die Verbindung Linz-Frankfurt mit bis zu 36 Millionen Euro.
Gemeinderat stimmte für Flughafen-Verkauf
Ebenfalls beschließen will die Landesregierung am Montag den geplanten Kauf der städtischen Anteile am Flughafen – die „Krone“ berichtete. Landeshauptmann Thomas Stelzer und Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner (beide ÖVP) wollen den Airport dadurch wieder „erfolgreich aufstellen.“
Der Linzer Gemeinderat hat dem Deal bereits am Donnerstag zugestimmt: Die Stadt verkauft demnach ihren 50-Prozent-Anteil am Airport an das Land OÖ. Es bestehe das Risiko, dass der Flughafen mittel- und langfristig nicht operativ positiv geführt werden könne, hieß es in der Vorlage von Finanzstadtrat Thomas Gegenhuber (SPÖ) an den Gemeinderat. Das könne mit dem Ziel des verantwortungsvollen und zweckmäßigen Umgangs mit öffentlichen Mitteln „gegenwärtig nicht in Einklang gebracht werden“.
Kaufpreis kann bis auf einen Euro sinken
Der Kaufpreis von 1,325 Millionen Euro orientiert sich an dem in einem KPMG-Gutachten ermittelten Liquidationswert – 1,9 Millionen bis 3,4 Millionen Euro – bzw. an einer Bewertung nach dem Discounted-Cash-Flow-Verfahren (DCF), die auf einen negativen Fortführungswert von 17,3 Millionen Euro kommt. Das DCF-Verfahren berechnet vereinfacht gesagt, wie viel ein Unternehmen basierend auf in Zukunft erwartbaren Gewinnen wert ist. Eine alternative Berechnung, die davon ausgeht, dass 50 Prozent der Kosten für die notwendige Pistensanierung durch einen öffentlichen Zuschuss finanziert werden, kommt auf einen negativen Wert von 9,5 Millionen Euro.
Der Kaufpreis, den die Stadt lukriert, könnte noch deutlich sinken: Erst wenn die Kosten für die nötige PFAS-Sanierung feststehen, erfolgt die endgültige Kaufpreisanpassung. Theoretisch kann der Preis laut Vertrag auf bis zu einen Euro sinken. Mehr Geld könnte die Stadt hingegen lukrieren, wenn das Land die Anteile in den kommenden fünf Jahren zu einem besseren Wert weiterverkaufen kann.
Der Gemeinderat stimmte dem Verkauf der Anteile – nach einer Diskussion, in der mehrfach die Begriffe „Notbremse“ bzw. „Notverkauf“ gefallen waren – schließlich mehrheitlich zu. Dagegen sprachen sich nur die Liste Linz+ und der ehemalige MFG-Mandatar Norbert Obermayr aus.
Rechnungshof erwartet weitere Kosten
Seit Jahren kämpft der Flughafen mit schwächelnden Passagierzahlen, im ersten Halbjahr 2026 brachen sie erneut um 15,3 Prozent – auf 110.627 Fliegende – ein. Hinzu kommt, dass laut Landesrechnungshof der Flughafen bis 2035 noch zusätzlich zwischen 27,6 und 45 Millionen Euro benötigen wird – die Kosten zur Beseitigung zurückliegender Umweltschäden sind da noch nicht eingerechnet.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.