Ständige Unruhe

Politik reißt in den Spitälern neue Baustellen auf

Salzburg
25.09.2026 07:00

Die Landesregierung wäre bei den Themen Gesundheit und Pflege voll gefordert. Edtstadlers Koalition schafft aber regelmäßig neue Probleme anstatt bestehende zu lösen. Das zeigte sich nicht nur beim Hin und Her um den Pflegebonus ...

Mit einem Volumen von 1,3 Milliarden Euro für 2026 ist der Gesundheitsbereich der größte Brocken im Salzburger Landesbudget. Neue Infrastruktur, neue Erkenntnisse, ein Generationswechsel beim Personal – und das ist nur ein kleiner Teil der Herausforderungen für die kommenden Jahre. Die Landesregierung hätte allein im Gesundheitsbereich also eigentlich mehr als genug zu tun. Ohne Not reißt die Edtstadler-Regierung aber immer neue Baustellen auf, die die bestehenden Herausforderungen verschärfen.

Auf Drängen der FPÖ brach die Landesregierung mit umfangreichen Sparmaßnahmen im Gesundheitsbereich die Diskussion um den Pflege-Bonus vom Zaun. In den Spitälern und Pflegeheimen kehrte große Unruhe ein – mit dem Ergebnis, dass die Landesregierung die Streichung des Pflege-Bonus im Dezember wieder zurücknahm. Die Stimmung war da aber schon vergiftet.

Hin und Her beim Pflege-Bonus

Im Zuge der Budget-Erstellung verkündete die schwarz-blaue Landesregierung im Oktober 2025 das Aus für den Pflege-Bonus. Ein großer Aufschrei, Proteste und eine Demonstration mit tausenden Teilnehmern waren die Folge.

Im Dezember verschob die Regierung die Maßnahme zunächst um ein halbes Jahr. Kurz darauf wurde sie ganz abgesagt, den Pflege-Bonus gibt es immer noch. Die von der Bundesregierung finanzierte Zulage läuft laut aktuellem Plan im Jahr 2028 aus.

Viele Personalwechsel bringen weitere Unruhe
Für viel Unruhe sorgen auch die ständigen Wechsel beim zuständigen Personal. Langzeit-Gesundheitslandesrat Christian Stöckl (ÖVP) ging mit der Wahl 2023 in Pension. Es übernahm Daniela Gutschi, die nach gut drei Jahren jetzt richtig eingearbeitet wäre. Ohne nachvollziehbare Begründung entzieht Landeshauptfrau Karoline Edtstadler Gutschi jetzt die Gesundheit wieder und reicht sie an Regierungs-Neuling Wolfgang Mayer weiter.

Wolfgang Mayer darf sich künftig neben den Mammut-Ressorts Finanzen und Verkehr auch noch um ...
Wolfgang Mayer darf sich künftig neben den Mammut-Ressorts Finanzen und Verkehr auch noch um den Gesundheitsbereich kümmern.(Bild: Markus Tschepp)

Mit diesem Personalkarussell ist die ÖVP nicht alleine. Der Pflegebereich wanderte in den Händen der FPÖ in drei Jahren auch schon von Christian Pewny über Marlene Svazek zu Wolfgang Fürweger. Schon allein bei den Arbeitsbedingungen gäbe es genug zu tun.

Das zeigt der Arbeitsklimaindex der Arbeiterkammer für den Gesundheitsbereich. Ein Auszug: 77 Prozent sind zwar zufrieden mit ihrem Beruf und gar 87 Prozent empfinden ihre Arbeit im Gesundheitsbereich als sinnstiftend. 42 Prozent empfinden die Belastung aber als zu hoch. Besonders alarmierend: 77 Prozent geben an trotz einer Erkrankung zu arbeiten.

„Das ist während der Corona-Pandemie explosionsartig angestiegen. Vor der Pandemie lag der Wert bei 40 Prozent und darunter“, sagt Sozialforscher Martin Oppenauer vom Ifes-Institut, das die Befragung durchführte.

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