Die Oberösterreicher ab 60 Jahren blicken ihrem Lebensabend überwiegend positiv entgegen. Gleichzeitig zeigt eine aktuelle IMAS-Umfrage, dass viele ältere Menschen mehr persönliche Beratung rund um Pflege und Vorsorge brauchen. Die Baby-Boomer-Generation ist 2040 im pflegebedürftigen Alter, was große Herausforderungen mit sich bringt.
Alt werden? Ja. Aber möglichst aktiv, unabhängig und in den eigenen vier Wänden. So lässt sich die Stimmungslage der Generation 60 plus in Oberösterreich zusammenfassen. Die aktuelle IMAS-Erhebung zeigt ein überraschend optimistisches Bild: Die meisten Senioren freuen sich auf ihren Lebensabend und haben noch viele Pläne. Trotz dieser positiven Grundhaltung beschäftigt die Menschen die Frage, wie sie im Alter selbstständig bleiben können. Zwei Drittel der Befragten würden sich im Pflegefall am liebsten zu Hause betreuen lassen. Ein Pflege- oder Altersheim kommt nur für eine Minderheit als bevorzugte Lösung infrage. „Genau darauf ist unsere Pflegestrategie 2040 ausgerichtet. Wir bauen die mobilen Dienste weiter aus, stärken die häusliche Pflege und schaffen neue wohnortnahe Wohn- und Betreuungsformen“, so Sozial-Landesrat Christian Dörfel.
Altenbetreuung ist genauso wichtig wie Kinderbetreuung. Die Herausforderung ist da, aber wir werden sie meistern.

Christian Dörfel, Soziallandesrat ÖVP
Bild: FOTOKERSCHI / WERNER KERSCHBAUMM
Persönliche Beratung, direkte Ansprechpartner
Das Thema Pflege ist dabei längst keine theoretische Frage mehr. Bereits heute kümmern sich zahlreiche Oberösterreicher um Angehörige, die Unterstützung benötigen. Viele kennen die Herausforderungen daher aus eigener Erfahrung. Gerade deshalb wünschen sich viele mehr Orientierung. Die größte Hilfe wäre aus Sicht der Befragten eine persönliche Beratung rund um Pflege, Betreuung und Vorsorge. Offenbar fühlen sich viele Menschen von der Informationsflut überfordert und wünschen sich einen direkten Ansprechpartner, der sie durch den oft schwer überschaubaren Dschungel aus Angeboten, Förderungen und rechtlichen Möglichkeiten begleitet. „Meine Zukunftsvision ist eine Hotline, die dann mit der 1450 verknüpft wird“, so Dörfel, der dabei den Start erstes Quartal 2027 vor Augen hat. „Die Herausforderung ist da, aber wir werden sie meistern. Alle haben den Ernst der Lage erkannt. Denn Altenbetreuung ist genauso wichtig wie Kinderbetreuung.“
Aus der Studie geht ebenso hervor, dass sich die Pensionisten erst ab dem 70. Lebensjahr mit dem Thema Pflege beschäftigen. Oft zu spät. Denn ab 80 hat man eine Pflegewahrscheinlichkeit von 30 Prozent, mit 85 Jahren sind es 60 % und mit dem Alter von 90 dann 90 Prozent.
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