UNO-Generaldebatte

Irans Präsident: „Wir sind Opfer des Terrorismus“

Außenpolitik
23.09.2026 18:18
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der iranische Präsident Massoud Pezeshkian hat sein Land am Mittwoch als „Opfer des Terrorismus“ bezeichnet. Der Iran rufe „die Welt nicht zu einem weiteren Krieg auf, sondern zu Frieden und Gerechtigkeit“, sagte er bei der UNO-Generaldebatte in New York.

„Wir dürfen keine Welt schaffen, in der militärische Macht an die Stelle der Legitimität tritt, Sanktionen an die Stelle der Diplomatie, Terror an die Stelle der Politik und Krieg an die Stelle des Dialogs“, führte er weiter aus. Zudem kritisierte er die jüngsten Äußerungen von US-Präsident Donald Trump. „Gestern sagte der Präsident der Vereinigten Staaten, wir seien Terroristen. Wir sind Opfer des Terrorismus“, meinte der Politiker. Die US-Drohungen würden den Iran geschlossener und stärker machen. Zudem vergrößerten sie den Widerstand der Menschen im Iran.

Pezeshkian kritisierte die US-Angriffe auf zivile Ziele in der frühen Phase des Iran-Kriegs, darunter eine Mädchenschule und einen Sportkomplex im Süden des Landes. „Unsere unschuldigen Menschen sind in Wahrheit das Ziel der feigen Angriffe (...) und wir haben uns mit Stärke verteidigt. Amerika und Israel haben uns mit der neuesten Technologie und Ausrüstung angegriffen, und unsere Menschen haben mit Stärke standgehalten“, sagte er weiter.

Die Atomanlage Natanz im Iran
Die Atomanlage Natanz im Iran(Bild: AFP)

„Nukleare Frage wird nicht auf Schlachtfeld gelöst“
Die nukleare Frage – die US-Präsident Donald Trump als eines der Argumente für den Iran-Krieg anführt – werde „nicht auf dem Schlachtfeld gelöst“. Man wolle Kernenergie aber nur zivil nutzen, nach Atomwaffen strebe man nicht, bekräftigte er. Ein Abkommen mit den Vereinigten Staaten müsste der Welt „Gewissheit über den friedlichen Charakter des iranischen Programms und der iranischen Nation die Gewissheit über die Wahrung ihrer Rechte“ geben. Während der Iran scharf kontrolliert werde, besitze Israel bereits Kernwaffen. „Israel tötet, aber der Iran wird mit Sanktionen belegt (...)“, sagte Pezeshkian.

Folgt Treffen der Präsidenten?
Trotz der Kritik an den USA haben am Dienstag Vertreter aus beiden Ländern am Rande der UNO-Generaldebatte miteinander gesprochen. Ein iranischer Parlamentsabgeordneter sagte jetzt, auch ein direktes Treffen der Präsidenten Pezeshkian und Trump für wahrscheinlich zu halten. „Diplomatie sollte nicht mit Fortschritt verwechselt werden. Bisher deutet wenig darauf hin, dass der wirtschaftliche und militärische Druck der Trump-Regierung Teheran dazu bewogen hat, von den Forderungen abzurücken, die es als seine zentralen Verhandlungsforderungen betrachtet“, zeigte sich hingegen der israelische Iran-Experte Danny Citrinowicz wenig optimistisch. Konservative Kreise im Iran kritisierten den jüngsten diplomatischen Schritt.

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