Zwölf junge Steirer kämpfen als Teil des 48 Köpfe starken, rot-weiß-roten Teams aktuell in Shanghai um die Medaillen der Berufsweltmeisterschaften Worldskills. Am ersten Tag herrschte Kampfgeist – und es flossen Tränen.
In der Halle 4.1 des National Exhibition and Convention Center riecht es süß nach Plundergebäck und nicht nach Veranstaltungszentrum. Jennifer Lueger knetet, mehlt den Teig und rollt ihn aus. Schnellen Schrittes schiebt sie das Gebäck ins Rohr, die Kappe verdeckt ihr Gesicht. So will die 21-Jährige sich voll und ganz auf den Wettkampf fokussieren.
„Sie ist sehr konzentriert“, sagt ihre Mutter Manuela, die durch die Plexiglaswand zuschaut. #teamjenny steht auf den Ärmeln der T-Shirts, die Papa Jakob, Schwester Lara und Schwager Markus aus St. Jakob im Walde extra anfertigen haben lassen, um Jennifer in Shanghai zu unterstützen. „Ich habe eigentlich ein bisschen Flugangst“, sagt Jakob Lueger. „Aber jetzt, wo ich hier bin, würde ich es echt bereuen, zu Hause geblieben zu sein.“
„Bei den Broten ist sie super“
Normalerweise steht die 21-Jährige in der Backstube in Miesenbach bei Birkfeld. 8500 Kilometer Luftlinie entfernt bäckt sie gegen 22 Nationen an, von Kasachstan bis Mexiko, auf einer Fläche, die 20-mal so groß ist wie die Grazer Messe. Nach den Zimtschnecken mit Apfelchutney am Mittwochvormittag war die Anspannung zur Mittagspause groß, erzählt Mama Manuela, die Jennifer einen Burger vorbeibrachte. Es flossen ein paar Tränen. „Bei den Broten ist sie super. Die sind perfekt geworden.“
Bei den Bäckern herrscht Schichtbetrieb, deswegen wird Jennifer Lueger schon am Donnerstag fertig und kann dann ihre Teamkameraden anfeuern. Etwa Logistiker Paul Zadravec aus Leitring. Er sitzt insgesamt vier Tage lang mit dicken Kopfhörern vor dem Computer, mit Oreo-Keksen und Cola am Tisch, und löst Probleme mit Lieferketten, telefoniert mit Firmen, nimmt Aufträge an.
Medaillenvergabe am Sonntag
Zwölf Steirer sind insgesamt beim Wettbewerb dabei, Österreich stellt das größte Team aus Europa und hat traditionell in den Handwerksberufen gute Chancen. 2024 in Lyon ging eine Goldene an Fliesenleger Florian Gruber aus Aigen im Ennstal. Am Sonntagabend wird feststehen, wer die heiß begehrten Medaillen mit nach Hause nehmen kann.
Ob Edelmetall oder nicht: „Als Mama ist man auch bei Rückschlägen da“, sagt Manuela Lueger. Sie und Papa Jakob sind schon jetzt „gewaltig stolz“ auf ihre Tochter.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.