Schmutz und Schäden

Mieterin schämt sich für Haus: „Lade keinen ein“

Salzburg
23.09.2026 07:00

Dreckige Teppichböden und Wände, improvisierte Reparaturen – es gibt zahlreiche Probleme, die die Bewohner die letzten Nerven kosten. Angela Steiner traut sich etwa kaum noch, Leute einzuladen. Die Pensionistin kämpft seit zwei Jahren um mehr Sauberkeit – bisher vergeblich. 

Schmutzige Wände, die wohl einmal weiß waren, Lichtschalter, bei denen man sich zweimal überlegt, ob man diese überhaupt angreifen sollte, und ein uralter Teppichboden mit riesigen Flecken – im Stiegenhaus in der Innsbrucker Bundesstraße in der Stadt Salzburg geht es alles andere als appetitlich zu.

Kein Wunder, dass sich Mieterin Angela Steiner fast nicht mehr traut, Leute einzuladen: „Ich treffe mich kaum noch mit jemandem daheim“, erzählt sie beim „Krone“-Lokalaugenschein. Dabei müsse es ja nicht „klinisch rein“ sein, aber: „Das ist zu viel!“, so die pensionierte Diplompflegerin.

Neben der Sauberkeit macht sie sich auch Sorgen um die Sicherheit. Im obersten Stock hält ein Fenster nur dank provisorischer Lösung. Dafür wurde eine Strumpfhose verwendet. Ein Stiegengeländer ist locker, wackelt deutlich. „Ich verlange ja keine Generalsanierung, aber ich will mich nicht mehr für das Stiegenhaus schämen müssen.“

Gegenstände voller Taubenkot wurden vom Dachboden einfach vor das Haus gestellt.
Gegenstände voller Taubenkot wurden vom Dachboden einfach vor das Haus gestellt.(Bild: Markus Tschepp)

Nachbarn starten jetzt Liste mit Unterschriften 
Gemeinsam mit Nachbarn aus der Siedlung startet Steiner jetzt genau deshalb eine eigene Unterschriftenliste. Beim Vermieter, der gemeinnützigen Wohnbaugesellschaft „die salzburg“, seien massive Probleme bislang noch nicht aufgeschlagen, so Direktor Wilhelm Fenninger auf „Krone“-Anfrage: „Die Anlage dort hat sehr viele Wohnungen. Mir ist neu, dass es Probleme bei mehreren Eingängen gibt.“

Die Wohnanlage mit zahlreichen Eingängen stammt etwa aus den 1940er-Jahren.
Die Wohnanlage mit zahlreichen Eingängen stammt etwa aus den 1940er-Jahren.(Bild: Markus Tschepp)

Hin und wieder gebe es natürlich Beschwerden, die grundsätzlich an den Hausverwalter weitergeleitet würden. Dieser kümmere sich vor Ort dann darum.

Im Fall der Pensionistin und ihrer Nachbarn werde man sich das sicher erneut genau anschauen. „Allerdings reden wir von einer alten Anlage, bei der das eine entsprechende Aufgabe ist.“

Steiner, die seit 2008 dort lebt, setzt sich seit zwei Jahren für eine Verbesserung ein. Wirklich schnell gegangen sei die bisher nur einmal: „Als zwei Ratten im Stiegenhaus gesessen sind, wurde sofort der Kammerjäger gerufen“, so Steiner.

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