Politische Debatte

Schon zwei steirische Anzeigen nach Kopftuchverbot

Steiermark
23.09.2026 07:00

Bisher wurden sieben Verstöße in der Steiermark gemeldet, auch in Volksschulen. Bildungsminister Wiederkehr ist mit seiner Maßnahme zufrieden. Extremismus-Debatte hat gestartet.

Seit einer Woche ist das Kopftuchverbot für Schülerinnen unter 14 Jahren auch in der Steiermark in Kraft. Der Bildungsdirektion wurden hier bislang sieben Verstöße gemeldet, wie die „Steirerkrone“ erfahren hat. Davon sechs in Graz und einer in der Obersteiermark. In zwei Fällen fand der Verstoß bereits in der Volksschule (!) statt.

Offiziell muss die Behörde involviert werden, wenn ein Gespräch verweigert wird. Der allererste Versuch ist immer das Gespräch mit dem betroffenen Mädchen durch Lehrkräfte oder Schulleitung, in weiterer Folge mit den Eltern. Danach kommt eben die Bildungsdirektion ins Spiel. Ansonsten können hohe Geldstrafen drohen.

Zwei Gespräche ohne Erfolg
Drei Gespräche mit Eltern und Kind fanden in der steirischen Bildungsdirektion seit Schulbeginn letzte Woche statt, die übrigen Termine werden gerade vereinbart, heißt es. Eines verlief laut Präsidialleiter Bernhard Just erfolgreich.

In den anderen beiden Fällen wurde wiederholt ein Verstoß seitens der Schulen gemeldet, woraufhin die oberste Schulbehörde Anzeige erstatten musste. Teilweise dürfte der Wunsch zum Kopftuch auch von den Kindern selbst ausgehen.

Zitat Icon

Mädchen sollen vor einem möglicherweise religiös motivierten Druck geschützt werden.

Minister Christoph Wiederkehr, Neos

Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos) ist mit seiner Maßnahme nach wie vor „zufrieden“ und sagt zur „Steirerkrone“: „Mir geht es darum, Mädchen vor einem möglicherweise religiös motivierten Druck zu schützen, sodass sie lernen können, frei und selbstbestimmt ihren Weg zu gehen.“

Grüne üben Kritik an FPÖ und ÖVP
Zusätzlich läuft nun eine Grundsatzdebatte über Extremismus in der Steiermark. „FPÖ und ÖVP wollen konsequenter gegen islamistische und religiös-extremistische Strukturen vorgehen. Sobald aber auch andere Verfassungsfeinde unter dieselben Regeln fallen sollen, sagen sie Nein“, so Grünen-Klubobfrau Sandra Krautwaschl. Das sei selektiv. Für sie ist klar: „Wer unsere Demokratie aushöhlt, muss konsequent gestoppt werden können – egal, aus welcher ideologischen Richtung das kommt. Ob Muslimbruderschaft oder Identitäre.“

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