UNO-Vollversammlung

Meinl-Reisinger appelliert: „Meerenge öffnen!“

Außenpolitik
23.09.2026 07:12
Porträt von krone.at
Von krone.at

Außenministerin Beate Meinl-Reisinger ist am Dienstag im Zuge der UNO-Generaldebatte mit dem iranischen Außenminister Abbas Araqchi zusammengetroffen. Dabei betonte sie die Notwendigkeit einer Rückkehr zur Diplomatie und einer Deeskalation der Lage in der Region. Vor allem sei die Öffnung der Straße von Hormuz „dringend notwendig“, so die Ministerin.

„Deren Blockade hat Folgen für die gesamte Weltwirtschaft.“ Es könne keine militärische Lösung geben, sondern nur eine diplomatische, ergänzte Meinl-Reisinger. Diese müsse „über bilaterale Vereinbarungen zwischen dem Iran und den USA hinausgehen“.

Irans Außenminister Abbas Araqchi
Irans Außenminister Abbas Araqchi(Bild: AFP/CHARLY TRIBALLEAU)

Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran war ebenfalls Inhalt des Austauschs zwischen der NEOS-Politikerin und dem pakistanischen Vizepremierminister und Außenminister Ishaq Dar. „Pakistan ist ein wichtiger Vermittler im Iran-Krieg. Darüber und über die Lage in der Straße von Hormuz habe ich mich mit meinem pakistanischen Amtskollegen ausgetauscht. Außerdem ist Pakistan derzeit Mitglied im UNO-Sicherheitsrat, dem Österreich ab 2027 auch angehören wird. Gemeinsam setzen wir uns für Deeskalation, Diplomatie und eine regelbasierte Weltordnung ein“, wurde Meinl-Reisinger von ihrem Büro zitiert.

Politologe sieht Iran jetzt schon als Sieger des Krieges
Der Politikwissenschafter Doug Stokes sieht den Iran bereits jetzt als großen Sieger des von US-Präsident Donald Trump begonnenen Krieges. „Ich sehe keine Möglichkeit, dass der Iran aus dieser Krise nicht als sehr starke regionale Hegemonialmacht hervorgeht“, sagte Stokes am Mittwoch in einem APA-Interview. Der Iran werde damit eine Rolle wiedererlangen, die er über Jahrtausende gehabt hat. Vor der Islamischen Revolution im Jahr 1979 sei er ein wesentlicher US-Machtpfeiler in Nahost gewesen.

„Amerikaner werden aus dem Nahen Osten vertrieben“
Der aktuelle Krieg habe nämlich gezeigt, dass sich das Land auch von der stärksten Militärmacht der Welt nicht in die Knie zwingen lasse, so der Professor an der Modul University Vienna. Stattdessen sei der Iran „sehr erfolgreich dabei, die USA aus dem Nahen Osten zu vertreiben“. Durch die Angriffe auf die US-Verbündeten in der Region treibe es den Preis für diese Allianzen in die Höhe. Er sehe derzeit nicht, wie die USA diesen Krieg auf eine für sie akzeptable Weise gewinnen können. Für einen Deal verlange Teheran von Washington, als führende Regionalmacht anerkannt zu werden, so Stokes. „Und egal ob die Amerikaner das akzeptieren oder nicht – sie werden aus dem Nahen Osten vertrieben.“

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