Neue Hitzemaßnahmen

Parkgebühren werden für kühlere Stadt verwendet

Kärnten
21.09.2026 18:00

Klagenfurt zählt zu den am stärksten von Hitze betroffenen Städten Österreichs. Nun wird mit zum Jahr 2030 ein dauerhaftes Investitionsprogramm für Hitzeschutzmaßnahmen geschaffen. 50 Prozent der Einnahmen aus den Parkgebühren der Ostbucht fließen in Projekte für eine kühlere und lebenswerte Stadt.

Klagenfurt zählt zu den am stärksten von Hitze betroffenen Städten Österreichs. Mit dem Projekt „Cool Down Klagenfurt“ soll nun bis zum Jahr 2030 ein dauerhaftes Investitionsprogramm für Hitzeschutzmaßnahmen geschaffen werden. 50 Prozent der Einnahmen aus den Parkgebühren der Ostbucht – rund 600.000 Euro – fließen in Maßnahmen für eine kühlere und lebenswerte Stadt. Den entsprechenden Antrag bringen bei der heutigen Stadtsenatssitzung die beiden Vizebürgermeister Ron Rabitsch (SP) und Patrick Jonke (FSP) ein.

Patrick Jonke, Ron Rabitsch, Robert Piechl, Wolfgang Hafner kämpfen für eine kühlere Stadt.
Patrick Jonke, Ron Rabitsch, Robert Piechl, Wolfgang Hafner kämpfen für eine kühlere Stadt.(Bild: Christian Tragner)

Brütende Hitze im August
„Am 6. August hatte es 37 Grad. Auch Anfang September hatte es immer über 32 Grad. Die Hitzetage werden immer mehr“, sagt Rabitsch. Er habe mit zahlreichen Menschen über die zunehmende Hitze gesprochen. „Eine ältere Dame sagte mir, sie verlässt im Sommer nicht mehr nach 10 Uhr das Haus, weil es brütend heiß ist.“

Nicht nur die Bevölkerung, auch Wirtschaft und Gastronomie würden unter den steigenden Temperaturen leiden. Jonke verweist zudem auf die extremen Temperaturen, die im Sommer etwa auf Straßen und Autobahnen entstehen können. „Auf der Autobahn hat es im Sommer über 40 Grad“, sagt er.

1000 neue Bäume werden gesetzt
Ein wichtiger Bestandteil des Programms soll deshalb die Begrünung der Stadt sein. Bis zum Jahr 2030 sollen 1.000 neue Bäume gepflanzt werden. „Denn unter Bäumen ist es zwölf Grad kühler. Sie sind ideale Schattenspender“, erklärt Jonke.

Auch bei künftigen Straßenrenovierungen soll der Hitzeschutz stärker berücksichtigt werden. Eine Kommission soll prüfen, an welchen Stellen Verbesserungen möglich sind. Im Jahr 2027 wird die 8. Mai-Straße renoviert. Zusätzlich sind neue Trinkwasserbrunnen geplant. In Schulen und Pflegeheimen sollen neue Klimaanlagen installiert werden.

„Klagenfurt muss abkühlen“, betont Rabitsch. Geplant seien daher auch sogenannte „Cool-Sports“-Angebote, die den Menschen bei hohen Temperaturen Möglichkeiten zur Abkühlung und Bewegung bieten sollen.

48 Hitzetage im Sommer
Wie stark sich das Klima bereits verändert hat, erläutert Dr. Wolfgang Hafner, Leiter der Umweltabteilung: „Heuer hatten wir 48 Hitzetage.“ Die durchschnittliche Jahrestemperatur sei seit 1965 deutlich gestiegen. Damals habe sie bei 7,3 Grad Celsius gelegen, mittlerweile liege sie um mehr als drei Grad höher.

Und die Entwicklung könnte sich weiter verschärfen. Für die kommenden Jahrzehnte werden weitere deutliche Temperaturanstiege erwartet. Hafner warnt: „Es könnte sogar 6,4 Grad sein. 4,6 Grad sind es bis zum Jahr 2085 laut Vorhersagen definitiv. Die Hitze ist gesundheitsgefährdend.“

Mit „Cool Down Klagenfurt“ soll deshalb nicht nur auf einzelne besonders heiße Tage reagiert werden. Das Programm soll langfristig dafür sorgen, dass die Stadt besser mit den Folgen des Klimawandels umgehen kann – durch mehr Grün, Schatten, Trinkwasser und kühlere öffentliche Räume.

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