Wahl in Frankreich

Dieser Rechtsextreme macht Le Pen jetzt Konkurrenz

Außenpolitik
18.09.2026 19:40
Porträt von krone.at
Von krone.at

Sieben Monate vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich hat der Rechtsextremist Eric Zemmour seine Kandidatur angekündigt. Das könnte der bekannten Rechtspopulistin Marine Le Pen Stimmen kosten.

Zemmour war früher als Publizist tätig und bereits 2022 im Präsidentschaftswahlkampf angetreten. Damals hatte er Le Pen in den Umfragen zeitweise überholt, am Ende landete er schließlich mit sieben Prozent der Stimmen im ersten Wahlgang auf dem vierten Platz. „Ich werde antreten“, sagte er nun am Donnerstagabend dem Sender BFM mit Blick auf die kommende Präsidentschaftswahl 2027 und beendete damit Spekulationen, dass er die Kandidatur seiner Lebensgefährtin Sarah Knafo überlassen würde.

Zudem bekräftigte der Vorsitzende der rechtsextremen Partei Renconquête (Rückeroberung/Reconquista) seine Forderung, große Gruppen von Menschen mit Migrationshintergrund abzuschieben, darunter Häftlinge, Langzeitarbeitslose und jene, die ausschließlich von Sozialhilfe leben würden. „Und natürlich alle Illegalen, das versteht sich von selbst“, fügte der 68-Jährige hinzu. Die Arbeitskraft von Migrantinnen und Migranten ließe sich dank des Fortschritts der Künstlichen Intelligenz künftig durch Roboter ersetzen.

Zemmour setzt auch immer wieder auf antimuslimische Rhetorik. „Mit einem muslimischen Namen kann man kein Franzose sein“, sagte er etwa. Laut ihm sollen sowohl muslimische Kopftücher als auch jüdische Kippas im gesamten öffentlichen Raum verboten werden – nicht nur wie bisher in Schulen und für Beamtinnen und Beamte. Zemmour ist selbst jüdischer Herkunft. „Das Gespenst, das Europa bedroht, ist nicht Nazismus, sondern Islamismus“, sagte der Politiker.

Der 68-Jährige pflegt unter anderem gute Kontakte zur AfD.  Im Februar 2025 hatte Zemmour der Parteichefin Alice Weidel in Berlin persönlich zum Wahlergebnis bei der Bundestagswahl gratuliert und ihr eine Flasche Champagner geschenkt. Zum Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt bemerkte er kürzlich auf der Plattform X: „Die Stunde der Wahrheit hat geschlagen. Und das wird nun überall passieren.“

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