Bürgerinitiativen fordern Offenlegung der Einsatzzahlen von Notruf NÖ, um endlich inhaltlich besser diskutieren zu können.
Ein offener Brief an Notruf Niederösterreich, seinen Chef Christian Fohringer, alle Parteichefs der Landtagsparteien und die zuständigen Landesräte sorgt abermals für Aufsehen im weiten Land, wo elf der 32 Notarztstützpunkte ab April gestrichen werden sollen.
Im Namen der Plattform NÖ – das sind elf Bürgerinitiativen, die starke Versäumnisse bei Teilen des Gesundheitspakt 2040+ orten und ihn deshalb ablehnen – fordert in dem Brief Mediziner Alfred Lichtenschopf auf, endlich „alle Einsatz-, Hilfsfrist-, Mortalitäts-, Personal- und Kostenstatistiken der letzten zehn Jahre sowie alle Prognosen und Risikoanalysen für alle von der Schließung bedrohten Notarztstützpunkte“ offen zu legen.
Keine Daten, um besser zu arbeiten
Dr. Fohringer hatte zuvor eine „Risikoanalyse“ einiger Fachexperten stark kritisiert und zerpflückt – auch aufgrund fehlender Daten. „Wir haben vor rund einem Jahr Fohringer dazu aufgefordert, die Daten an uns zu übermitteln, um endlich mehr Transparenz zu den Entscheidungen zu bekommen und die Debatte inhaltlich voranzutreiben“, kritisiert Dr. Lichtenschopf im Gespräch mit der „Krone“, dass Fohringer die Herausgabe von Daten verweigert hätte.
Bei der „Risikoanalyse“ hätte man gerne genauer gearbeitet, konnte man so aber nicht. Wenn es eine derartige Analyse für die Streichung der Notarztstützpunkte im Gesundheitsplan gäbe, solle man diese endlich auch veröffentlichen, fordert Lichtenschopf.
Einer von rund 30 Experten
Auf Nachfrage nach der Grundlage für die Streichungspläne, Transparenz und Kritik der künftigen Eintreffzeiten sowie Paralleleinsätzen von Notärzten bei Notruf NÖ, wird betont, dass Notarzt Fohringer nur einer von rund 30 Fachleuten war, die die Empfehlungen für die künftige Notfallversorgung erarbeitet hätten. Er habe zugrunde liegende Überlegungen erklärt und habe sich Diskussionen vor Ort gestellt.
„Zahlen und Fakten zur Versorgung wurden dort, wo sie für die fachliche und öffentliche Diskussion relevant waren, transparent kommuniziert“, heißt es weiters. Man bitte um Verständnis, dass Fohringer nicht stellvertretend für sämtliche politische und organisatorische Entscheidungen des Gesundheitsplans sprechen könne.
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