Analyse zeigt deutlich

Experten bewerten Aus für Notärzte als Risiko

Niederösterreich
25.08.2026 06:45

Eine neue Risikoanalyse kommt zum Schluss, dass Hubschrauber, qualifiziertere Sanitäter und Telemedizin die vor der Streichung stehenden Notfallmediziner nicht ersetzen können. Der Kampf um die Notarztstützpunkte bleibt in Niederösterreich weiter ein heißes Thema.

Erbittert wird der Kampf um Notarztstützpunkte trotz bereits beschlossenem Gesundheitspakt 2040+ im Land fortgeführt. Elf von 32 Stützpunkten sollen ab Anfang April 2027 gestrichen werden. Dagegen wehrt sich die „Plattform NÖ“, ein Zusammenschluss von elf Bürgerinitiativen, heftig, wie auch die SPÖ inklusive Gesundheitslandesrätin Eva Prischl. Letztere deshalb, weil wesentliche Ersatzmaßnahmen, die laut Gesundheitsplan mit April umgesetzt sein sollten, dann – wie berichtet – noch nicht realisiert sein werden.

Risikoanalyse zeigt große Schwächen auf
Gegner der Notarzt-Einsparungen ist auch die „Aktion Herzalarm“ mit Alfred Lichtenschopf in Waidhofen an der Ybbs. Der Mediziner hat nun mit weiteren klingenden Namen in der Gesundheitswelt – wie Martin Gattermeier, Helmut Krenn, Rudolf Aschauer, Gerhard Gattringer, Klaus Katzensteiner oder Raimund Tremetsberger – eine Risikoanalyse ausgearbeitet.

Das 16-seitige Papier wurde bereits an die zuständigen Landesräte geschickt und stellt den Notarzt-Einsparungen ein äußerst schlechtes Zeugnis aus. Die „beträchtliche Verschlechterung der Notfallversorgung“ sei vielseitig. So müsste etwa das Notarzteinsatzfahrzeug Amstetten dann 80.000 anstelle von bisher 40.000 Einwohnern versorgen. Das entspreche keinem europäischen Standard, wird kritisiert.

Notarzthubschrauber konnte 15 von 31 Tagen nicht fliegen
Auch keinen Standard gibt es in NÖ für Anfahrtszeiten, die dann bis zu 30 Minuten und länger dauern. Oft käme es – nicht nur nachts – zu Ausfällen des Notarzthubschraubers: Wetterbedingt hätte er im Dezember 2025 an 15 Tagen nicht abheben können.

Notfallsanitäter, die Notärzte ersetzen sollen, würden viel schlechter ausgebildet sein, als in vergleichbaren Ländern. Sie dürften auch keine wichtigen Medikamente verabreichen und könnten einem Arzt diagnostisch nicht Wasser reichen. Und: Es sei immer eine Arzt-Entscheidung, ob ein Patient ins Spital muss, oder nicht. Der Sanitäter dürfe das nicht entscheiden, so die Mediziner. Die Folge: Mehr Fahrten in die Kliniken.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.

Niederösterreich

krone.tv

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung