Monatelang auf einen Kassen-Facharzt warten – für viele Patienten ist das längst Realität. Doch ausgerechnet Wien schneidet im Bundesländer-Vergleich deutlich besser ab. Eine neue Studie zeigt, wo es besonders schnell geht – und in welchem Fach selbst Wiener zwei Monate warten.
Drei Tage bis zum Radiologen, 64 bis zum Psychiater: Wer in Wien einen Kassenarzt sucht, erlebt je nach Fach enorme Unterschiede. Trotzdem haben es Wiener im Bundesländer-Vergleich noch am besten erwischt. Das zeigt die Wartezeitenstudie der Plattform krankenversichern.at. Der Median über 13 Facharztrichtungen liegt in Wien bei 22 Tagen – österreichweit sind es 34 Tage.
Teils mehrere Wochen Unterschied
Wie groß die Unterschiede innerhalb der Stadt sind, zeigt der Blick auf die einzelnen Fächer. In der Psychiatrie beträgt die Wartezeit im Median 64 Tage, in der Inneren Medizin 42, in der Neurologie 35 und in der Kardiologie 34 Tage. Deutlich schneller geht es bei Radiologie mit drei Tagen, Orthopädie mit fünf und HNO mit sechs Tagen. Beim Hausarzt liegt die durchschnittliche Wartezeit bei einem Tag.
Nur der erste Termin
Für Wien wurden 315 Facharzt-Anfragen ausgewertet. Angefragt wurden nicht akute Routine- und Vorsorgetermine. Gewertet wurde jeweils der erste jeweils von der Ordination angebotene Termin.
Manche Ordinationen nehmen niemanden auf
Die Zahlen zeigen allerdings nur jene Ordinationen, die überhaupt einen Termin angeboten haben. Aufnahmestopps und Ordinationen ohne Rückmeldung sind nicht enthalten. Der Aufwand, zunächst überhaupt einen aufnehmenden Kassenarzt zu finden, wird damit nicht abgebildet.
Man zahlt mit Lebenszeit
Was das bedeutet, kann jeder Wiener am eigenen Leib erleben. Studienleiter Sebastian Arthofer bringt es auf den Punkt: „Der Kassenarzt kostet dem Patienten kein Geld, er hat einen Wartepreis. Bezahlt wird er in Wochen. Wer die nicht hat, bezahlt den Termin im Wahlarztbereich in Euro – selbst oder finanziert über eine private Krankenversicherung.“
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