„Ordne keine Haft an“

Richterin: Frank Stronach muss nicht ins Gefängnis

Ausland
18.09.2026 00:12
Porträt von krone.at
Von krone.at

Frank Stronach wird nicht in Haft kommen. Richterin Anne Molloy schloss bei einer Anhörung am Donnerstag vor dem Ontario Superior Court aus, dass der 94-Jährige, der wegen mehrerer Vorwürfe sexueller Übergriffe angeklagt ist, Zeit im Gefängnis verbringen muss. Ein Urteil gegen den austrokanadischen Magna-Gründer wird nun im Dezember erwartet. 

„Ich werde keine Haft für einen Mann anordnen, der 94 ist“, sagte Molloy laut der kanadischen Tageszeitung „Toronto Star“. Stronach war im Juni in zwei Fällen schuldig gesprochen worden, jedoch hob die Richterin den Schuldspruch wegen sexueller Nötigung nachträglich wieder auf. Verhandelt wird damit nun nur der Schuldspruch zum „unsittlichen Übergriff“.

Die Staatsanwaltschaft bekämpft die Aufhebung des ersten Schuldspruchs. Sie hatte sechs Monate Gefängnis für Stronach gefordert. Ursprünglich war der Milliardär in dem Prozess mit zwölf Anklagepunkten konfrontiert gewesen. Die Staatsanwaltschaft zog während des Verfahrens allerdings mehrere Punkte mangels ausreichender Beweise zurück.

Punkte wegen mangelnder Beweise zurückgezogen
Die vorgeworfenen Taten reichten fast 50 Jahre zurück und erstreckten sich über den Zeitraum von 1977 bis 1990. Stronach, der rund um seinen  94. Geburtstag in Österreich war, selbst bestritt stets sämtliche Vorwürfe. Seine Anwältin bat um einen Freispruch ohne Auflagen.

Zweiter Prozess findet ab Mai 2027 statt
Bei dem Verfahren in Toronto handelte es sich um den ersten von zwei Prozessen, denen sich der Magna-Gründer stellen muss. Laut mehrerer kanadischer Medien hatten 13 Frauen Vorwürfe gegen Stronach erhoben, beim Prozess in Toronto ging es um die Vorwürfe von sieben von ihnen. Die übrigen Vorwürfe sollen im Mai 2027 in einem Jury-Prozess in Newmarket behandelt werden.

Der gebürtige Steirer Stronach hat in Nordamerika den Magna-Konzern aufgebaut, der vor allem in der Auto-Industrie reüssierte. In Österreich wurde der heute 94-Jährige durch sein Sport-Investment im Fußball und Pferdesport sowie als Gründer der kurzzeitig auch im Nationalrat vertretenen Partei Team Stronach einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Im Wahlkampf empörte er unter anderem mit der Forderung der Todesstrafe für „Berufskiller“. Seine Partei löste sich nach wenigen Jahren wieder auf.

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