Abrechnung mit König

Bruder: Für Charles war Dianas Tod „Lottogewinn“

Royals
18.09.2026 10:32
Porträt von krone.at
Von krone.at

Fast 30 Jahre nach dem Tod von Prinzessin Diana rechnet ihr Bruder Charles Spencer in seinen Memoiren „Swan Song – Diana, meine Schwester“ richtiggehend mit dem heutigen König Charles III. ab. So wirft er seinem Ex-Schwager vor, sich damals „überschwänglich“ über den Tod seiner Ex-Frau gefreut zu haben. Als hätte er im „Lotto gewonnen“.

Die ersten Auszüge aus dem Buch wurden in Großbritannien diese Woche von der britischen „Daily Mail“ veröffentlicht, obwohl das Buch erst am 22. September in den Handel kommt. Darin schildert der 9. Earl Spencer seine Erinnerungen daran, wie er vom Autounfall seiner Schwester im August 1997 in Paris erfuhr. Demnach war er gerade in seinem Haus in Kapstadt, Südafrika, als ihn seine Schwester Jane anrief, um ihn über den Unfall zu informieren. Wie schlimm es war, wusste man zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

„Wie ein Lottogewinner“
Nach dem Tod der Prinzessin „klingelte das Telefon ununterbrochen. Prinz Charles erwischte mich, als ich gerade die Treppe hinaufging“, schreibt Spencer über seine Erinnerungen. „Im Gegensatz zu den anderen Anrufern, die fassungslos waren und kaum in der Lage, ihr Beileid auszusprechen und ihre Hilfe anzubieten, klang er überschwänglich – wie ein Lottogewinner, dachte ich damals.“

Schockierende Vorwürfe gegen König Charles: Charles Spencer schildert in seinen neuen Memoiren, ...
Schockierende Vorwürfe gegen König Charles: Charles Spencer schildert in seinen neuen Memoiren, der damalige Prinz habe nach Dianas Tod „überschwänglich“ geklungen – wie ein Lottogewinner.(Bild: Krone-Collage/AP/Jonathan Brady, Penguin Verlag, AFP/DANIEL LEAL)

Und Spencer geht noch weiter. Rückblickend vermutet Dianas Bruder, dass Charles‘ erste Reaktion womöglich weniger der Verlust seiner geschiedenen Ehefrau als vielmehr die Aussicht auf seine eigene Zukunft gegolten habe.

„Ich vermute heute, dass der erste Gedanke des Prinzen eher darin bestand, wie dieses Ereignis ihn davon befreien könnte, die Frau zu heiraten, die er liebte, als den Verlust einer Frau zu betrauern, die er nicht liebte“, schreibt Spencer über Charles und dessen Beziehung zu Camilla. Camilla und Charles heirateten schließlich 2005 – acht Jahre nach Dianas Tod.

„Swan Song – Diana, meine Schwester“ von Charles Spencer erscheint am 22. September
„Swan Song – Diana, meine Schwester“ von Charles Spencer erscheint am 22. September(Bild: Penguin Verlag)

Charles laut Spencer „seltsam sachlich“
Besonders bitter liest sich auch Spencers Schilderung darüber, wie Charles ihm von den beiden Söhnen William und Harry erzählt habe. William war damals 15 Jahre alt, Harry erst zwölf. Charles soll Spencer mitgeteilt haben, dass er seinen beiden Söhnen am Morgen in Balmoral vom Tod ihrer Mutter erzählt habe.

Spencer empfand die Schilderung offenbar als erschreckend nüchtern. Es habe angesichts der Tragödie „seltsam sachlich“ geklungen, schreibt er. 

In der Biografie behauptet Charles Spencer Medienberichten zufolge auch, dass sich der damalige Thronfolger rund um die Beerdigung höchst abfällig über die kurz zuvor gestorbene Diana geäußert habe. Der frühere Prinz und Diana waren seit 1996 geschieden.

Palast reagiert ungewöhnlich deutlich
Der Palast reagierte am Mittwochabend ungewöhnlich deutlich auf die Veröffentlichung der entsprechenden Buchpassage. In einer Mitteilung hieß es: „Während wir zu Büchern aus Prinzip keinen Kommentar abgeben, ist sich Seine Majestät bewusst, dass der Schmerz geschwisterlicher Trauer den Verstand vernebeln, das Urteilsvermögen beeinträchtigen und die Erinnerung auf Weisen färben kann, die andere selbst viele Jahre nach einem solchen Verlust nicht wiedererkennen.“

Im Vereinigten Königreich sorgten die Vorgänge für enorme Aufregung – die Geschichte von der am 31. August 1997 bei einem Autounfall gestorbenen Diana bewegt die Menschen seit Jahrzehnten. Diana Frances Spencer wurde 1981 die erste Ehefrau des britischen Thronfolgers und späteren Königs Charles. Nach schwierigen Jahren ließ sich das Paar scheiden. Bei der britischen Bevölkerung gilt Diana bis heute als „Königin der Herzen“.

Diana Frances Spencer wurde 1981 die erste Ehefrau des britischen Thronfolgers und späteren ...
Diana Frances Spencer wurde 1981 die erste Ehefrau des britischen Thronfolgers und späteren Königs Charles.(Bild: Viennareport)

William und Harry sind Thema
Der Buchpassage geht es konkret darum, dass die beiden Söhne des Paares, der heutige Thronfolger William und Prinz Harry, beim Trauerzug der Beerdigung mitlaufen sollten, was letztendlich auch so kam. Charles Spencer behauptet, er sei der Wut des heutigen Königs ausgesetzt worden, als er darauf bestanden habe, dass Diana das nicht gewollt habe. William war damals 15 Jahre alt, Harry zwölf.

Ein Bild, das Geschichte schrieb: Beim Trauerzug für Prinzessin Diana am 6. September 1997 gehen ...
Ein Bild, das Geschichte schrieb: Beim Trauerzug für Prinzessin Diana am 6. September 1997 gehen Prinz Philip, Prinz William, Earl Spencer, Prinz Harry und König Charles gemeinsam hinter ihrem Sarg her.(Bild: AP/Jeff J. Mitchell)

In einem Telefonat mit Prinz Charles sei dieser außer sich gewesen, wird in der Buchpassage behauptet. Charles Spencer schreibt: „Dann hielt er inne. Ich nahm an, die Pause signalisierte eine Anstrengung, sich unter Kontrolle zu bringen, aber dann entfesselte er am Telefon das, was ich immer für seine angestaute Verachtung für Diana gehalten habe, und sein Entsetzen darüber, dass die Welt von ihrem Tod so überwältigt war.“ Prinz Charles habe gesagt, Dianas Bruder solle beruhigt sein – und: „Wir werden sie früh genug vergessen!“

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