Theorie und Praxis klaffen oftmals auseinander. Während die Öffentlichkeit über PISA-Studien und Kopftuchverbot diskutiert, bin ich nach zwei Schulwochen bereits weg davon. Ich finde diese Diskussionen selbstverständlich wichtig. Beteilige ich mich ja selbst daran. In meiner Arbeit spielen sie momentan jedoch keine Rolle.
Vielmehr beschäftige ich mich mit neuen Schülern, die unserer Klasse zugewiesen wurden. Nähere Informationen erhalten wir keine. Selbst, wenn sie bereits eine österreichische Schule besucht haben. Also erst einmal herausfinden, wie gut die Deutschkenntnisse sind. Falls das Kind zum Beispiel aus Bulgarien oder der Türkei kommt, erforschen, ob es überhaupt eine Schule besucht hat. Ist das der Fall, kann man zufrieden sein. Andernfalls wird es für Kind und Lehrerin schwierig.
Heute war ich allerdings mit einer Überschwemmung auf der Toilette beschäftigt. Genauer gesagt mit Kindern, die deshalb nicht aufs Klo konnten. Aufgrund von Sanierungsarbeiten, die im Sommer nicht fertig wurden, darf nur eine Anlage pro Stockwerk benutzt werden. Dieser Zustand könnte sich bis zu den Herbstferien so hinziehen. Wir nehmen es gelassen. Erstens kennen wir diese Situation. Zweitens können wir sie ohnehin nicht ändern.
In Schuldebatten fallen benutzbare WC-Anlagen bestenfalls unter „Allfälliges“. Für uns, die wir kreischende Kinder auf einem pitschnassen Klo beruhigen müssen, stehen sie zurzeit ganz oben.
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