Mysteriöse Störgeräusche aus der russischen Botschaft in Wien sorgten wochenlang für Aufregung und Spekulationen. Die Diplomaten behaupteten zuerst, den Lärm nicht wahrzunehmen. Nachdem die Ursache eindeutig festgestellt wurde, entschuldigte man sich für die „Unannehmlichkeiten“.
Nach dem ersten Bericht über die Störgeräusche hatte das Wiener Umweltamt im Auftrag der Baupolizei eine Lärmmessung durchgeführt. Ergebnis: Insbesondere in den Nachtstunden wurde der Schallgrenzwert überschritten. Außerdem stellte der Gesundheitsdienst fest, dass aufgrund der Lärmwerte eine Gesundheitsgefährdung eintreten könnte. Trotzdem hatte das russische Botschaftsteam gegenüber der APA erklärt, den Lärm gar nicht wahrzunehmen. Jetzt ruderten die Diplomaten zurück.
Kaputte Ventilatoren als Störquelle
Denn wie die Baupolizei feststellte, kamen die Störgeräusche aus zwei defekten Ventilatoren am Dach des Gebäudes im 3. Wiener Gemeindebezirk. Die Behörde informierte das zuständige Außenministerium, das deshalb am Dienstag einen russischen Vertreter zu sich zitierte. Dabei sei eine rasche Behebung der Lärmbelastung eingefordert worden, erklärte ein Ministeriumssprecher gegenüber der APA.
„Die Botschaft entschuldigte sich für die Unannehmlichkeiten und teilte mit, dass die Lärmbelästigung bereits am Wochenende eingestellt worden sei“, so der Sprecher. Der Botschaftsvertreter kündigte zudem eine formelle Antwort auf einen Bescheid der Stadt Wien nach dessen Zustellung an.
Anzeige bereits im Mai
Damit ist nun Ruhe in dem Fall, der sich sogar schon seit Anfang Mai hinzog. Damals hatte die Hausverwaltung einer benachbarten Liegenschaft den Lärm bei der Baupolizei angezeigt, wiederholt urgiert und später auch Mails an die russische Botschaft geschrieben sowie andere österreichische Dienststellen kontaktiert. „Aufgrund der besonderen Situation der russischen Botschaft gestaltet sich die weitere Bearbeitung jedoch offenbar schwierig“, hieß es dabei in einem der APA vorliegenden Mail der Hausverwaltung an das Wiener Umweltamt vom 20. August.
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