Nagelsmann im Fokus

Klopp: „… dann hätte ich als Trainer aufgehört!“

Fußball International
18.09.2026 10:24
Porträt von krone Sport
Von krone Sport

Jürgen Klopp hat am Rande seiner ersten DFB-Kaderpräsentation über die Herausforderungen seines Jobs und die Unterschiede zwischen dem Amt als Klub- und Nationaltrainer gesprochen. Dabei hat der Kultcoach auch tief blicken lassen und sich auch an seinen Vorgänger Julian Nagelsmann gewandt. 

Ob er denn Angst habe, dass sich die Aufgabe als Bundestrainer gänzlich von seinen bisherigen Erfahrungen unterscheide, wurde Klopp am Rande seiner ersten Kaderpräsentation gefragt. „Der Job als Nationaltrainer ist sicher ganz anders als jener des Klubtrainers. Aber man muss die Herausforderungen so annehmen, wie sie kommen“, wiegelte der 59-Jährige zunächst gekonnt ab.

Dass man mit Hansi Flick und Julian Nagelsmann zwei Beispiele in jüngerer Zeit habe, die gezeigt hätten, das Erfolg auf Klubebene nicht automatisch auf das Nationalteam zu übertragen sei, wollte er dann aber nicht unkommentiert stehen lassen. 

Julian Nagelsmann
Julian Nagelsmann(Bild: AFP/FRANCK FIFE)

„Ich mache den Job seit 25 Jahren, da war Julian erst 13. Macht die Geschichten daraus, die ihr machen wollt. Aber ich respektiere ihn über alle Maßen. Mit Liverpool hatte ich damals große Probleme gegen Hoffenheim zu spielen, als er dort noch Trainer war. Er ist ein außergewöhnlicher Trainer zu 100 Prozent“, brach der Kult-Coach eine Lanze für seinen Vorgänger. 

Seine Stationen sind nicht zu vergleichen
Dann blickte er auf seine eigenen Erfahrungen zurück und ließ dabei – wohl auch etwas in Richtung Nagelsmann gerichtet – tief blicken. Man sage zu ihm häufig, so Klopp, dass sich der Job bei Liverpool und Dortmund ja nicht so sehr unterschieden hätten. „Aber das war 0,0 der Fall! Und der Job beim BVB war komplett anders als jener damals in Mainz“, stellte der Deutsche klar und ließ dann aufhorchen: „Hätte ich in Mainz geahnt, was in Liverpool mal auf mich zukommen würde, dann hätte ich als Trainer aufgehört.“

Nur durch seine in den Jahren gesammelten Erfahrungen habe er sich jeweils für die auf ihn zukommenden Herausforderungen einstellen können. Etwas, das auch für seine jüngeren Kollegen ein Schlüssel in der weiteren Entwicklung sein könnte. 

„Mein ganzes Leben hat mich auf diesen Job jetzt vorbereitet. Hätte ich gerne mehr Zeit mit den Nationalspielern? Ja, natürlich! Habe ich diese Zeit? Nein! Haben es die anderen? Nein, auch nicht! Aber ich habe ja die Möglichkeit mit den Jungs auch während jener Zeit zu sprechen, in der keine Länderspiele stattfinden. Jedes Gespräch, das ich führe, gibt mir ein Gefühl zu den Spielern. Ich bin es gewohnt keine Zeit zu haben – das ist im Profi-Fußball ganz normal. Aber das wird als Mannschaft am Ende dennoch zusammenwachsen können und müssen, ist völlig klar“, so Klopp abschließend. 

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