Die PVA sucht nun offiziell einen Partner für ihren Reha-Standort Aflenz – und nennt ausdrücklich das Land Steiermark. Dort zeigt man sich nicht abgeneigt, wie Landesrat Karlheinz Kornhäusl bestätigt. Noch sind aber viele Fragen offen – und über allem schwebt die Frage des Budgets.
Seit Dienstag ist offiziell, was über den Sommer bereits gemunkelt wurde: Die PVA sucht Partner für den Reha-Standort im obersteirischen Aflenz. Man habe eine „bewusst offen gestaltete“ Marktsondierung gestartet – über die Landesgrenzen hinaus, daraus lässt die Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union schließen.
Es gibt also Hoffnung für die Region, in der seit dem Frühjahr Sorgen um 130 Arbeitsplätze herrschen. Die PVA möchte eine Zusammenlegung mit dem Reha-Zentrum in St. Radegund – für die meisten Mitarbeiter eine nicht bewältigbare Pendeldistanz. Es gab Demos, eine von 13.363 Menschen unterzeichnete Petition und Termine mit SPÖ-Sozialministerin Korinna Schumann.
PVA ist an Land Steiermark herangetreten
An einem davon hat auch Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl (ÖVP) teilgenommen, wie er in einer Anfragebeantwortung an die SPÖ mitteilt. Dort bestätigt er auch, dass die Möglichkeit einer Beteiligung an das Land Steiermark herangetragen wurde – und dass das Land nicht abgeneigt ist. Allerdings gibt es von der PVA noch kein Angebot, ja nicht einmal Bedingungen sind bisher genannt worden.
„Allgemein ist festzuhalten, dass es nicht Aufgabe der Bundesländer sein kann, sämtliche Leistungen zu kompensieren, die von Seiten des Bundes bzw. Bundesträgern oder der Selbstverwaltung gestrichen oder gekürzt werden“, hält Kornhäusl den Ball noch flach. Überhaupt habe es Ministerin Schumann in der Hand, den Standort Aflenz zu sichern. (Diese wiederum verweist darauf, dass sie keinen direkten Einfluss auf die PVA hat.)
Übergangspflege ist mögliche Lösung
Die Pensionsversicherung lädt das Land Steiermark explizit ein, sich mit konkreten Vorschlägen zu beteiligen, beispielsweise im Bereich der Kurz- und Langzeitpflege. Man könne „gemeinsam mit weiteren Angeboten von Partnern am Standort ein langfristiges Versorgungskonzept bilden.“ Immer wieder genannt wird die Übergangspflege – dafür gibt es derzeit Betten im LKH Mürzzuschlag.
SPÖ mit Antworten nicht zufrieden
Druck auf das Land macht jedenfalls die SPÖ, die sich beim Thema Aflenz von Anfang an stark engagiert hat. „Diese Anfragebeantwortung zeigt leider nur eines: Flucht aus der Verantwortung. Statt ein klares Bekenntnis zum Standort Aflenz und dem Angebot der PVA abzugeben, versteckt sich Landesrat Kornhäusl hinter Zuständigkeiten und schiebt den Ball weiter an Ministerium und PVA“, sagt der steirische Parteichef Max Lercher.
Er fordert die Landesregierung auf, auf die Pensionsversicherung zuzugehen und eine verbindliche Beteiligung anzubieten, „so wie es Regierungskollege Hannes Amesbauer bereits in Aussicht gestellt hat“. Die Frage wird natürlich, ob das finanziell für die Steiermark möglich ist – derzeit wird ja an einem Sparpaket gearbeitet.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.