„Krone“-Kommentar

Wenn mangels Kronprinzen ganze Parteien aussterben

Kolumnen
18.09.2026 05:30

Die Bundesregierung trudelt, der ÖVP-Bundeskanzler ist angeschlagen, der SPÖ-Vizekanzler schwer angezählt. In aktuellen Umfragen kommen Türkis und Rot GEMEINSAM auf 36 Prozent – Blau dagegen schafft ALLEINE 38 Prozent. Laut neuer OGM-Studie erreicht die Babler-SPÖ nur noch 15 Prozent. Ein noch vor Kurzem unvorstellbarer Wert – unter 20 Prozent, so die Annahme, könnte die SPÖ nie stürzen.

Sie kann, wie man sieht. Sie könnte, wie die Umfrageergebnisse zeigen, sogar hinter die Grünen und damit auf Platz 4 plumpsen. Kein Wunder, wenn die Alarmsirenen in der einst so stolzen Sozialdemokratie immer lauter schrillen. Mittlerweile drängen auch rote Gewerkschafter, bisher neben der Wiener SPÖ die stärksten Babler-Unterstützer, auf eine personelle Neuaufstellung.

Der Kommentar zu den großen Themen, die Österreich betreffen: Klaus Herrmann, Chefredakteur
Der Kommentar zu den großen Themen, die Österreich betreffen: Klaus Herrmann, Chefredakteur(Bild: Krone KREATIV/Imre Antal, stock.adobe.com)

Bloß: Es mangelt bei den Sozialdemokraten an vielversprechenden Nachfolgekandidaten für Babler. Weit und breit drängen sich keine Kronprinzessinnen oder Kronprinzen auf, mit denen garantiert alles besser laufen, sich der Erfolg wieder einstellen würde.

Ein Zustandsbild, das 1:1 von der SPÖ auf die ÖVP übertragbar ist. Kein aussichtsreicher Kronprinz – sieht man vom ehemaligen „König“ Sebastian Kurz, der gerne mit einer Rückkehr in die Politik kokettiert, einmal ab.

Denkt man nun schon einmal an Königshäuser, dann muss man sich auch daran erinnern, dass mangels Thronfolgern schon manche Dynastien ausgestorben sind. Parteien kann ein ähnliches Schicksal drohen.

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