Blumenbeete als Buffet

Wildschweinrotte auf „Kururlaub“ in Baden

Niederösterreich
18.09.2026 05:00

Die niederösterreichische Kurstadt Baden hatte kürzlich „besondere“ Gäste – allerdings solche mit Borsten, vier Hufen und wenig Interesse an Kurmusik und Heilbädern. Die trockenen Wälder rundherum treiben die Borstentiere immer wieder in den Kurpark, wo sie nach Nahrung suchen.

„Wir haben neue Kurgäste in Baden“, berichtet Stadtobergärtner Hermann Zimmermann schmunzelnd. Gemeint ist eine Rotte Wildschweine, die kürzlich im unteren Teil des Kurparks Wiese und Blumenbeete verwüsteten. 

Dass Wildschweine immer wieder einmal im Kurpark auftauchen, ist nichts völlig Neues. Dass sie sich aber so weit nach vorne wagen und das bereits zu dieser Jahreszeit, hat Zimmermann so noch nicht erlebt.

Auf ihrer nächtlichen Futtersuche sind die Borstentiere durchaus fleißig. Sie suchen nach Wurzeln, Knollen, Früchten und allem, was sich sonst noch im Boden versteckt. 

Bewässerter Kurpark ist für die Tiere ein reich gedeckter Tisch
Zu Gesicht bekommt man die tierischen Besucher allerdings kaum. Auf einigen Rasenflächen wurde auf jeden Fall ordentlich umgegraben. Für die Wildschweine offenbar eine Art nächtliches Buffet – für die Gärtner eher weniger erfreulich.

Besonders der untere Kurpark wird bewässert und ist dadurch für die Tiere offenbar besonders interessant, erklärt Zimmermann. Von dort fraßen sie sich kürzlich sogar bis zum Undine-Brunnen am Beginn des Parks vor.

Zitat Icon

Sie kommen in der Nacht und wir sehen am nächsten Tag dann nur die Flurschäden.

Stadtobergärtner Hermann Zimmermann

Keine Angst vor den Borstentieren, aber bitte nicht streicheln
Eine Gefahr für die Besucher sieht Zimmermann derzeit nicht. Die Tiere seien scheu und würden normalerweise das Weite suchen, sobald sie Menschen bemerkten. Nur eines sollte man keinesfalls versuchen: sie zu streicheln.

Grund für den ungewöhnlichen Besuch dürfte die anhaltende Trockenheit im Wald sein. Dort finden die Tiere derzeit weniger Nahrung. Auch deshalb gibt es eine Zusammenarbeit mit Bezirkshauptmannschaft und Jägerschaft. Die Jäger bestücken die Futterstellen bewusst stärker, um den Tieren Nahrung anzubieten.

Kurpark bleibt für alle offen
Abzäunen möchte die Stadt den Kurpark deswegen nicht. Im oberen, waldnahen Bereich sollten sich Menschen in der Dämmerung ohnehin nicht aufhalten. Dann gehört der Kurpark schließlich den Tieren – und die Wildschweine haben dort ihre Ruhe.

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