In der SPÖ bleibt dieser Tage nichts geheim – und vielleicht auch bald kein Stein mehr auf dem anderen? Die „Krone“ konnte eine Anfang September gehaltene PowerPoint-Präsentation des mächtigen Gewerkschafters Beppo Muchitsch einsehen. Auf den Folien hebt er hervor, dass SPÖ-Chef Andreas Babler „für viele nicht wählbar“ sei und fordert beim Punkt „Was ist zu tun?“ eine „personelle Neuausrichtung“.
Vertraulichkeit ist mitunter eine Definitionsfrage. Wann immer SPÖ-Chef Andreas Babler derzeit etwas diskret mit seinem Regierungsteam zu besprechen hat, kann er sich auf eines verlassen: Es wird schnell öffentlich. Zuletzt beobachtbar beim „Krisengipfel“ der Partei am Mittwoch. Der Umgang der SPÖ damit sagt viel über ihren aktuellen Zustand aus.
Eine neue Enthüllung dürfte die Dynamik nun weiter anheizen. Denn der „Krone“ liegen Fotos einer PowerPoint-Präsentation des mächtigen Gewerkschafters Beppo Muchitsch vor. Eine Rückendeckung für Babler sieht anders aus.
„Die Menschen hören uns nicht mehr zu“
Am 8. September lieferte Muchitsch vor der Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen in der Gewerkschaft Bau-Holz einen „politischen Bericht“ ab. Er wertete in seinem Vortrag diverse Umfragen aus. Sein Befund: „Die SPÖ leidet an Vertrauensverlust“, während FPÖ, ÖVP und NEOS den Sozialstaat abbauen würden – „mehr Privat, weniger Staat“. Aufschlussreich erscheint auch, welche Folgen man durch diesen Vertrauensverlust in der Gewerkschaftsgruppe vermutet: „Die Menschen hören uns nicht mehr zu. Babler für viele nicht wählbar. Themen somit zweitrangig“, wird schonungslos analysiert.
„Was ist zu tun?“, heißt es daher auf der vorletzten Muchitsch-Folie. Die Antwort in vier Punkten: bessere Kommunikation, weniger und konkretere Themen, ein Zukunftsbild – und eine „personelle Neuausrichtung“. Ein unmissverständlicher Wink Richtung Babler, der ja ohnehin um sein Leiberl zittert. Denn neben dem Wiener Bürgermeister Michael Ludwig galten die roten Gewerkschafter bisher als seine Bastion in der Partei.
Babler mit Kurs für Andersdenkende „nicht wählbar“
Die „Krone“ konfrontierte den Gewerkschafter, den viele als nächsten ÖGB- oder Arbeiterkammer-Chef sehen, mit den Inhalten. „Bei den internen Beratungen geht es natürlich um die Frage, wie wir 2029 die Wahl gewinnen. Ehrliche Diskussionen ohne Tabus über Inhalte und Personen sind dabei Gegenstand – nichts Ungewöhnliches, ein Prozess, der in jeder Partei stattfindet“, erklärt er. Babler polarisiere und sei mit seinem Kurs für Andersdenkende „nicht wählbar“.
Hauptmotiv, die SPÖ nicht zu wählen, sei aber das schlechte Bild, das man abgebe, wenn sich Rote öffentlich „gegenseitig etwas ausrichten“. Muchitsch selbst rief auf der letzten seiner Folien intern zur internen Debatte auf.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.