Red Bull Salzburg hat neben den drei Punkten auch viele positive Erkenntnisse vom Europa-League-Auftakt bei Lewski Sofia mit nach Hause genommen. Dennoch war das 1:0 gegen den bulgarischen Meister ein hartes Stück Arbeit. „Wir haben gelitten, aber wir haben trotzdem als Mannschaft gekämpft in einem Hexenkessel“, stellt Goldtorschütze Haris Tabakovic bei Sky Sport Austria klar. Ein Duo erhält nach dem Match ein Sonderlob.
Die Abwehr ließ beim 1:0 gegen den bulgarischen Meister wenig zu, mitunter vermochten die Salzburger auch in einem tiefer stehenden Block zu verteidigen – eine neue Qualität, die dem Team von Trainer Danny Röhl in Europa noch nützlich sein könnte. „Es war eine sehr, sehr erwachsene Leistung“, sagte der Deutsche.
Lohn war Salzburgs erster Auswärtssieg in einem Europacup-Hauptbewerb seit mehr als 22 Monaten. Am 15. Oktober geht es zu Hause gegen AC Milan weiter. Vor der Länderspielpause sind die Bullen noch im Ligaschlager am Sonntag (17.00 Uhr im sportkrone.at-Liveticker) gegen Sturm Graz gefordert. „Wir wollen noch einmal performen. Wenn wir am Sonntag ein gutes Spiel machen, können wir zufrieden sein mit der ersten Phase der Saison“, meinte Röhl. „Wir wollen die Serie ausbauen.“
Mittelfeld-Duo „Weltklasse“
Mit 13 ungeschlagenen Partien zum Start seiner Amtszeit hat Röhl bereits seine namhaften Vorgänger Marco Rose (2017) und Jesse Marsch (2019) übertroffen. Besonders freute den Sachsen, dass sein Team in mehr als der Hälfte der Spiele kein Gegentor kassiert hat. „Wir fangen an, als Team gut zu verteidigen“, meinte Röhl. „Das ist schon wichtig international. Das ist nochmal eine andere Aufgabe als in der Liga, wo du viele Ballbesitzphasen hast. Trotzdem haben wir eine sehr gute Balance gehabt.“
Sonderlob gab es für die neue defensive Mittelfeld-Achse mit dem 19-jährigen Polen Bartosz Mazourek (19) und dem Ex-Austrianer Abubakr Barry. „Das ist absolut Weltklasse aktuell, was die beiden Sechser spielen“, sagte Röhl. Barry würde dem Team viel Ruhe geben, Mazourek könne das Spiel beschleunigen. „Sie lassen uns in die richtigen Räume kommen. Wir arbeiten auch viel an dieser Position, das ist unser Herzstück.“
Seinen Stamm scheint Röhl gefunden zu haben. Gegenüber dem 1:1 zuletzt in Ried ersetzte lediglich Tim Drexler den erkrankten Valentin Zabransky im Abwehrzentrum. „Wir haben eine sehr, sehr gute Tiefe im Kader. Wenn du alle drei Tage spielst, brauchst du das auch“, entgegnete der Salzburg-Coach, betonte aber auch: „Wir freuen uns, dass wir am Sonntag wieder spielen dürfen. Wir wollen diesen vollen Kalender, da gibt es auch keine Ausreden.“
Defensive in verschiedenen Facetten
Lewski sei eine spielstarke Mannschaft, die in Ballbesitz Lösungen habe. „Wir haben sehr gut gepresst und ihnen nicht die Möglichkeit gegeben, sich zu entfalten“, meinte Röhl. „Trotzdem haben wir es verstanden, phasenweise im tieferen Block zu verteidigen. Das ist ganz wichtig für Europa.“ In der vergangenen Saison hatten die Bullen in der Europa-League-Ligaphase 15 Gegentore bekommen – am Ende zu viel, um eine Runde weiterzukommen.
„Wir haben extrem viel Qualität hinten“, meinte Drexler. „Es ist auch eine Erleichterung für uns, dass wir mit Ball extrem gut spielen, dass wir viel den Ball haben.“ Dazu ist Teenager Christian Zawieschitzky ein sicherer Rückhalt. Der Tiroler ist mit 19 Jahren der jüngste Stammtorhüter der Europa League. „Ich mache da jetzt nicht zu viel draus“, sagte Zawieschitzky, der diese Woche auch erstmals ins ÖFB-Nationalteam einberufen worden ist, auf Sky. „Ich bin sehr dankbar, dass ich das alles erleben darf.“
Tabakovic erfüllt Erwartungen
Auf sein Länderspiel-Debüt hofft auch Rechtsverteidiger Nikolas Veratschnig. „Meine Intention war es, mich hier weiterzuentwickeln und mein Potenzial auszuschöpfen. Ich glaube, ich bin auf einem guten Weg“, meinte der Kärntner auf ServusTV. „Es geht noch weit nach oben, das weiß ich. Es gibt noch einige Schwachstellen, an denen ich arbeiten muss.“ Röhl hat ihn diese Woche als seinen fixen Kapitän bestätigt, sein Stellvertreter ist Haris Tabakovic.
Seinen Wert für die Salzburger hat der Goalgetter längst unter Beweis gestellt. „Jeder erwartet von einem Stürmer oder von mir, dass man Tore erzielt“, erklärte Tabakovic, nachdem er die Bullen in Sofia einmal mehr zum Sieg geschossen hatte. „Ich versuche, mein Bestes zu geben und voranzugehen.“ Der Auftakterfolg sei für die weitere Ligaphase wichtig. „Wir haben gelitten, aber wir haben trotzdem als Mannschaft gekämpft in einem Hexenkessel“, lobte Tabakovic und ergänzte: „Es kommen auch noch andere Namen. Das war mal das erste Ziel, der erste Schritt.“
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