Da hat nun also dieser Tage eine russische Drohne einen ukrainischen Eisenbahnzug getroffen. Und das in unmittelbarer Nähe der polnischen Grenze, also beinahe schon auf NATO-Territorium. Und mutmaßlich hat dieser Angriff eigentlich einem Zug gegolten, in dem der vormalige britische Premier Boris Johnson gesessen ist, der angeblich die ersten Friedensgespräche zwischen Moskau und Kiew kurz nach Beginn des Krieges torpediert hat.
EINERSEITS war die Empörung über die jüngsten Angriffe im Westen verständlicherweise groß. Gezielt würde Russland damit nämlich Zivilisten und zivile Infrastruktur angreifen. Eine neue Eskalationsstufe.
ANDERERSEITS wurde dabei deutlich, dass die russische Armee bislang die „Lebensadern“ der Ukraine, vorrangig also die Eisenbahnlinien, Brücken und Tunnel nicht in jenem Maße angegriffen hat, wie man das bei einem totalen Krieg erwarten müsste. Immerhin konnten bislang westliche Staatsgäste unbeschadet per Eisenbahn nach Kiew reisen und Präsident Wolodymyr Selenskyj umgekehrt ins westliche Ausland. Und relativ ungehindert vermochten auch die Transporte von Waffen und Munition aus dem Westen auf dem selben Weg in die Ukraine zu gelangen.
Klar ist also, dass die Russen noch über etliche Möglichkeiten der militärischen Eskalation verfügen und dass man dabei keineswegs nur an den Einsatz von Nuklearwaffen denken muss.
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