Genetische Faktoren

Darum reagieren manche stärker auf Impfungen

Wissen
17.09.2026 11:43
Porträt von krone.at
Von krone.at

Warum reagieren manche Menschen stärker auf eine mRNA-Impfung gegen Covid-19 als andere? Forschende aus Genf haben dafür einen möglichen Grund gefunden: Entscheidend ist demnach, wie aktiv das Immunsystem bereits vor der Verabreichung des Impfstoffes ist.

Die Stärke der vorübergehenden Symptome wie Fieber oder Kopfschmerzen hängt demnach von der Aktivität der sogenannten Interferone (das sind Signalmoleküle, die vom Körper gegen Erreger freigesetzt werden; Anm.) ab, fand ein Team des Zentrums für Vakzinologie der Universität Genf (Unige) und der Genfer Universitätsspitäler (HUG) heraus.

Diese Signalmoleküle sind Teil der angeborenen antiviralen Abwehr des Körpers. Für die Studie beobachteten die Wissenschaftler die Immunsysteme von 51 gesunden Menschen, die zwei Dosen eines mRNA-Impfstoffs gegen Covid-19 erhielten, hieß es am Donnerstag.

Die in der Fachzeitschrift „Science Translational Medicine“ veröffentlichten Resultate zeigen: Menschen, deren Immunsystem bereits vor der Impfung besonders stark auf Interferone reagierte, hatten nach der Impfung häufiger und stärkere vorübergehende Beschwerden. Interferone sind Botenstoffe des Immunsystems. Sie werden unter anderem bei Virusinfektionen gebildet und helfen dem Körper, seine Abwehr zu aktivieren.

Genetische Faktoren dürften Rolle spielen
Weshalb die Interferon-Reaktion bei manchen Menschen stärker ist als bei anderen, ist noch nicht bekannt. Möglicherweise spielen genetische Faktoren, das Mikrobiom oder frühere Entzündungen eine Rolle.

Die Stärke der Nebenwirkungen sei dabei kein Indikator für die Wirksamkeit eines Impfstoffs, wie Studienleiter Arnaud Didierlaurent in einer Aussendung betonte. „Eine schwache Reaktion oder gar das Ausbleiben von Symptomen nach der Impfung bedeutet keinesfalls, dass der Impfstoff unwirksam ist“, so der Forscher.

Die Ergebnisse könnten laut der Universität Genf langfristig helfen, Impfstoffe zu entwickeln, die bei gleicher Wirksamkeit besser verträglich sind. Man wolle nun untersuchen, ob die beobachteten Mechanismen auch bei anderen Vakzinen eine Rolle spielen.

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