Erfolg bei Mäusen

Impfstoff gegen Viren und Bakterien geplant

Wissen
23.02.2026 08:04
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die meisten Impfstoffe basieren auf einem „Training“ des Immunsystems und führen zu einem Schutz gegen bestimmte Viren oder Bakterien. Nun haben US-Wissenschaftler einen universellen Impfstoff erfolgreich an Mäusen getestet. Er funktioniert über das breiter wirksame angeborene Immunsystem und kann gegen Viren und Bakterien eingesetzt werden. 

„Herkömmliche Impfstoffe zielen auf spezifische Krankheitserreger ab und sind daher gegen vielfältige Atemwegserkrankungen nur bedingt wirksam“, schreiben Bali Pulendran, Immunologe an der Stanford University in Palo Alto (US-Bundesstaat Kalifornien), und seine Co-Autoren in der US-Wissenschaftszeitschrift „Science“. Anders funktioniert das angeborene Immunsystem als erste und schnelle Abwehr. In den Körper eingedrungene Krankheitserreger werden von Rezeptoren, zum Beispiel sogenannten Toll-like-Rezeptoren auf Immunzellen, erkannt. Daraufhin kommt es zur Produktion von Interferonen, welche den Organismus auf Infektionsabwehr trimmen und Fresszellen (z.B. Makrophagen) und natürliche Killerzellen (NK-Zellen) als erste Abwehrlinie alarmieren.

Auch das sogenannte Komplementsystem, das infizierte Zellen markiert, wird aktiviert. Diese Immunreaktion ist relativ unspezifisch und kann gegen Viren und Bakterien wirken. Genau dieses angeborene Immunsystem soll das neue Vakzin ankurbeln. Mäuse, denen vier Dosen des nasal verabreichten Impfstoffs verabreicht wurden, entwickelten demnach eine Immunität gegen SARS-CoV-2 und andere Coronaviren sowie gegen die angegebenen Bakterien, die auch Atemwegsinfektionen verursachen.

Der neue Impfstoff soll gegen vielfältige Atemwegserkrankungen wirksam sein.
Der neue Impfstoff soll gegen vielfältige Atemwegserkrankungen wirksam sein.(Bild: shara - stock.adobe.com)

„Ein weiterer neuartiger Vorteil bestand darin, dass die aktivierten Signalwege auch die Mechanismen unterdrückten, die eine Überempfindlichkeit gegenüber Hausstaubmilben vermitteln. Allergisches Asthma wurde dadurch verhindert“, berichtet die britische Wissenschaftszeitschrift „Nature“ zu den Forschungen der US-Wissenschaftler.

Das „Zwei-Schutzwall-System“
Analysen der Schutzwirkung offenbarten demnach, was Pulendran als „Zwei-Schutzwall-System“ bezeichnet: Eine erste Schleimhautbarriere begrenzt das Eindringen von Krankheitserregern in die Lunge. „Dann“, erklärt er, „bereitet diese Schleimhautimpfung das Immunsystem der Lunge so vor, dass es außerordentlich schnell eine virusspezifische Immunantwort auslöst, um die wenigen Viren zu bekämpfen, die den ersten Schutzwall durchbrechen.“ Hinzu kommt die bei den Labormäusen festgestellte breite Wirksamkeit über mehrere Virus- und Bakterienarten hinweg.

„Fantastische Studie“, aber Warnung vor Nebenwirkungen
„Das ist wirklich eine fantastische und spannende Studie. Die Daten sind für mich sehr eindeutig“, wird dazu Akiko Iwasaki, Immunbiologin an der Yale University in New Haven, US-Bundesstaat Connecticut, in „Nature“ zitiert. „Wenn es beim Menschen funktioniert, wäre das wirklich bemerkenswert.“

Die Experten warnen aber auch gleichzeitig, dass das Übertragen von Ergebnissen aus Versuchen an Mäusen auf den Menschen nicht einfach sei. Das Ankurbeln des angeborenen Immunsystems über einen längeren Zeitraum hinweg könne auch zu Nebenwirkungen führen.

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