Sie retten Leben, bewahren Familien und Gemeinden vor riesigen Schäden und helfen stets dort, wo Hilfe nötig ist: die Freiwilligen Feuerwehren. Doch wie war es früher? Ein Blick in die Archive zum Jubiläum des Bezirksfeuerwehrverbandes Kufstein in Tirol.
Stolze 150 Jahre alt ist der Bezirksfeuerwehrverband Kufstein. Freitag und Samstag wird der runde Geburtstag groß gefeiert. Zum Jubiläum ist auch eine Festschrift erschienen. Diese enthält interessante, kuriose, spektakuläre Bilder und Informationen zum Feuerwehrwesen in Tirol.
Wer weiß heute schon, dass die einst zu Tirol gehörende Stadt Meran bereits um 1350 eine Feuerwehrordnung hatte: Wer beim Entdecken eines Brandes nicht sofort laut Alarm schrie und mit Feuerhaken oder Wassereimer ausrückte, riskierte hohe Strafen. Das Geld wurde für den Wiederaufbau niedergebrannter Häuser verwendet. Offenbar kamen durch Strafzahlungen namhafte Beträge zusammen.
Eine für ganz Tirol geltende Feuerordnung wurde 1526 erlassen. Kirchenglocken dienten der Alarmierung, alle Dorfbewohner hatten Löschpflicht. Doch bald wurde klar, dass Hilfe gut koordiniert werden muss und spezieller Fähigkeiten bedarf.
Im 18. und 19. Jahrhundert entwickelte sich dann schön langsam das Feuerwehrwesen im heutigen Sinne. Die Feuerwehr Kufstein etwa entstand 1866 aus einem Turnverein heraus. Es gab zu dieser Zeit bereits eine zusammengewürfelte Truppe, doch die Sportler des Turnvereins zeigten bei einer Übung an einem 1. Mai auf, dass sie es besser können. Also wurde ihnen die Aufgabe übertragen.
Im Jahr 1876 folgte die Gründung des Bezirksfeuerwehrverbandes Kufstein – der Erste seiner Art in Tirol – mit vorerst sieben Ortsgruppen. Und schön langsam wurde das Feuerwehrwesen immer professioneller: Die ersten automatischen Feuermelder, eine Unfallversicherung für die Florianijünger, Fahrräder als Einsatzfahrzeuge, die ersten Hydranten in Dörfern und immer leistungsstärkere Spritzen und Fahrzeuge – die Entwicklung schritt rasch voran.
Zur Feuerbekämpfung kamen über die Jahrzehnte immer neue Aufgaben für die Florianijünger. So waren sie wichtige Helfer nach den Bombenangriffen auf Tirol im Zweiten Weltkrieg. Nach diesem wurden die Aufgabe der Feuerwehren dann wie folgt neu definiert: Abwehr von Gefahren aller Art.
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